Der Faktor Zeit als einziges Covid-Gut. Über die nötige nachhaltige Planung rund um die Neuausrichtung am Gelände der Fußballakademie Burgenland.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 15. Januar 2021 (04:24)

Wenn es im Burgenland 2020 eine punktuelle sportliche Talsohle abseits der vielen coronabedingten Probleme gegeben hat, dann das Aus des SVM. Der Bilanzskandal der Commerzialbank rund um (Ex-)Chef Martin Pucher wird noch lange nachhallen. Dafür ist der Zusammenbruch des von Pucher kontrollierten Bundesligisten archiviert. Längst haben wir uns damit abgefunden, dass ganz oben kein rot-goldener Vertreter mehr kickt. Zumindest könnte das verwaiste Pappelstadion bald mit Leben gefüllt werden, wenn die Pläne aufgehen und der MSV 2020 als Nachfolgeverein des SV Mattersburg mit seinem Nachwuchs-Apparat an der Michael Koch-Straße einzieht und dann auch wieder Erwachsenenfußball bietet.

Zwar nur mehr in der 2. Klasse, aber immerhin wäre es ein Erbe auf einer gesunden Basis. Wie das Erbe der Fußballakademie, dem wichtigen Standbein des SV Mattersburg, künftig aussehen wird? Der Betrieb läuft weiter, das Land Burgenland hat zudem die offenen Anteile erworben. Auch die Pläne der politischen Entscheidungsträger, das Gelände zu öffnen, um es für ein Landessportzentrum Nord zu erweitern, sind kein Geheimnis mehr. Für die Umsetzung sind aber noch zahlreiche Punkte zu klären. Beispiel: Wer könnte aller einziehen? Was für ein Angebot könnte es geben? Welche erweiterte Infrastruktur braucht es? Gibt es Partner für die Fußballakademie?

Gibt es Synergien mit bereits bestehenden Standorten? Welche gewinnbringenden Möglichkeiten gibt es, um den Kosten-Nutzen-Faktor auf Schiene zu bringen? Nur ein kleiner Auszug aus dem Fragenkatalog und dem Diskurs, dessen Antworten Teil eines Gesamtkonzepts für den Sport im Burgenland sein könnten. Dass so ein Projekt nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen kann, ist klar. Ergo macht es Sinn, wenn die Verantwortlichen ohne Schnellschüsse ein wirklich nachhaltiges Konstrukt formen. Denn die Corona-Krise, die Lockdowns und der Stillstand im Sport haben einen einzigen positiven Aspekt: Der Faktor Zeit ist vorhanden. Nun muss er bestmöglich genutzt werden.