Der schlafende Riese ist wach. Über den Amateurfußball in der Corona-Warteschleife.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 29. Mai 2020 (06:13)

Das Comeback der Gastronomie, die nun erfolgende Öffnung der Hotellerie und die jüngst verkündeten Lockerungen im Kulturbereich haben in Zeiten der Corona-Krise mehr denn je wieder die Geselligkeit in uns geweckt. Parallel wurden die Vertreter der Bundesregierung nicht müde zu betonen, dass die angepasste Rückkehr zur Normalität schrittweise über die Bühne gehen muss.

Auffallend ist trotzdem, dass sich rund um die besagten stufenweisen Lockerungen längst eine unglaubliche Dynamik entwickelt. Nicht zuletzt deshalb wirken manche Bereiche der Brot und Spiele-Schiene fast schon so, wie wenn sie in diesem Sog zurückgelassen werden. In besagtem Dilemma steckt gerade der Amateurfußball.

Wie ein scharrendes Rennpferd warten die Beteiligten des größten Fachverbands darauf, endlich Klarheit zu erlangen, ob und wann es mit einem Meisterschaftsbetrieb weitergehen kann. Das ist verständlich. Weil sich eben links und rechts mehr und mehr die Rollbalken wieder öffnen.

Weil in diesem Zusammenhang das K.o.-Kriterium der Abstandsregel in der Praxis immer schwammiger gelebt wird, was sich wiederum auf die Bereitschaft auswirkt, selbst diszipliniert zu bleiben. Und weil vor allem die Interessensgemeinschaft rund um den Fußball vom Nachwuchs- bis zum Kampfmannschaftsbereich sehr groß ist. Nicht zuletzt deshalb darf es nicht verwundern, dass mit den vermeintlich kleinen Schritten ein schlafender Riese geweckt wurde.