Der verkrustete Weg zum Hallenmasters. Bernhard Fenz über das Masters des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) und die steigenden Probleme im Vorfeld.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 16. Januar 2019 (06:12)

Der SC/ESV Parndorf und die Amateure des SV Mattersburg haben dem BFV-Hallenmasters in den letzten Jahren eindrucksvoll ihren Stempel aufgedrückt. Vor fünf Jahren, also im Jänner 2014, konnte mit Neuberg das letzte Mal ein anderes Team den Höhepunkt der Hallenfußball-Saison im Burgenland für sich entscheiden. Eine von sieben Ausnahmen seit 2002. In diesem Zeitraum teilten sich Parndorf (7) sowie das Zweierteam unseres Bundesligisten (4) gleich elf der letzten 18 Trophäen auf.

Bei allem Lob für die Dominanz bleibt aber auch festzuhalten: Oft mangelt es an der willigen Konkurrenz. Keine Frage, an guten Tagen können die Vertreter aus dem Landessüden gefährlich werden. Das hat heuer nicht zuletzt der SV Oberwart bewiesen. Aus den restlichen Landesteilen tut sich aber wenig. Gerade mal drei Turniere wurden diesmal in den Bezirken Oberpullendorf, Mattersburg und Eisenstadt veranstaltet. Das reicht meist nicht, um mehr als die üblichen Titel-Verdächtigen außerhalb des Südens Richtung Masters zu bringen. Geschweige denn eine flächendeckende(re) Lust auf Hallenfußball zu garantieren.

Die geht sich ohnehin seit Jahren nicht mehr aus. Da mag die Verletzungsgefahr ein Argument sein, aber reicht das auch als alleinige Begründung? Sehr wohl darf das gesamte System überdacht werden. BFV-Präsident Gerhard Milletich sprach etwa vor dem Masters im BVZ-Interview die Möglichkeit von Regionsturnieren an, um bei der Qualifikation vom Niveau her „Gleiches mit Gleichem“ spielen zu lassen. Ein anderer Ansatz wäre gleich ein zweites Masters abseits der Elite, um so der großen Zahl an unterklassigen Klubs neue Anreize zu bieten. Kurzum: Das BFV-Masters mag zweifelsohne als spektakulärer Finalhöhepunkt funktionieren. Allerdings ist das System dorthin schwer verkrustet – und bedarf somit einer dringenden Verbands-Erneuerung.