„Destruktive“ Kritik ist nicht angebracht. Martin Ivansich über Mattersburgs unglückliches 0:2 gegen den Meister Salzburg.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 08. August 2018 (06:04)

Klar ist eine Niederlage in letzter Sekunde schmerzhaft. So wie es der SVM am vergangenen Wochenende gegen Meister Salzburg erlebte. Letztendlich war das 0:2 auch nicht wirklich unverdient.

Dass der eine oder andere den Burgenländern aber die totale Destruktivität unterstellte, ist nicht unbedingt nachvollziehbar. Vor allem im ersten Spielabschnitt war der SVM auch das eine oder andere Mal in der Offensive gefährlich. Die beste Chance in Halbzeit eins hatten auch die Mattersburger. Marko Kvasina traf nur die Latte. Salzburg biss sich an der aggressiven Spielweise der Burgenländer vorerst die Zähne aus.

Freilich kann man nicht abstreiten, dass bei brütender Hitze in der letzten halben Stunde von den Burgenländern offensiv nicht viel kam. Aber wenn es nach 60 Minuten immer noch 0:0 steht, ist es durchaus legitim, dass der Außenseiter seinen Fokus auf die Verteidigung legt und versucht, den Punkt mitzunehmen. Und wäre Ramalhos Schuss in der Nachspielzeit nicht unglücklicherweise via Innenstange ins Tor gegangen, dann wäre der Mattersburger Plan auch aufgegangen.

Positiv war jedenfalls —  trotz Niederlage — dass man dem großen Titelkandidaten über 90 Minuten alles abverlangte, auch wenn es am Ende nicht mit einem Zähler klappte. Man kann vom SVM nicht wirklich verlangen gegen ein Team, das im Vorjahr im Europacup-Semifinale stand, auf Augenhöhe mitzuspielen. Kaum ein Team in der Bundesliga kann das. Was man allerdings von Kapitän Nedeljko Malic und Co. erwarten darf, sind Punkte gegen Teams, die in der Reichweite der Mattersburger sind. Und dazu zählen die Gegner, die der SVM bis zur Länderspiel-Pause Anfang September hat.

Die Auswärtspartien gegen Hartberg und Admira sowie das Heimspiel gegen den WAC sind keine zu hohen Hürden. Dass man Mannschaften in dieser Größenordnung bezwingen kann, hat man schon in Runde eins beim 3:2-Sieg in Altach bewiesen. Und: Wer auswärts drei Tore erzielt, kann auch — nachvollziehbarer Weise — nicht nur destruktiv Fußball spielen.