Die außergewöhnlich klare Ausgangslage. Bernhard Fenz über das ÖFB-Cup-Halbfinale Mattersburg gegen Salzburg, bei dem mutige Burgenländer nötig sein werden.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 18. April 2018 (06:17)

Es war nur ein Nebensatz von Salzburgs Valon Berisha, aber kein unwesentlicher. Am vergangenen Donnerstag, zirka um 23.20 Uhr, keine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff des so historischen Europa-League-Viertelfinalaufstiegs gegen Lazio Rom, wurde der Mittelfeldspieler im Sky-Interview auf seine Erwartungen für das Semifinale angesprochen. Wie selbstverständlich stellte Berisha im selben Atemzug klar, dass man auch noch andere Ziele habe.

„Jetzt kommt ein großes Spiel gegen Mattersburg“ sagte er in Anspielung auf das ÖFB-Cup-Halbfinale. Unmittelbar nach einem (international) so historischen 4:1 gegen die Römer ist dieser Satz schon bemerkenswert, denn er untermauert eine generelle Haltung, die Ex-SVM-Profi Patrick Farkas gleich nach seinem Wechsel zu Salzburg im Sommer erfuhr. Er sei bereits vom „Red Bull-Gen“ angesteckt, ließ er nach kurzer Zeit wissen. Diese Mixtur aus selbstverständlichem Siegeswillen und Qualität hat die Mannschaft von Trainer Marco Rose in dieser Saison so weit gebracht, dass sie Mitte April noch immer in drei Bewerben aktiv ist.

Logisch, dass Österreichs Pokal im Vergleich zur Europa League da eine kleine(re) Nummer ist. Die Chance auf einen Titel und der professionelle Salzburger Zugang werden am Tag X aber keinen Unterschied ausmachen. Deshalb ist auch nicht davon auszugehen, dass die Roten Bullen – die in der Bundesliga am Sonntag nach der Europa-League 6:2-Sieger bei der Admira waren – im Pappelstadion Grün-Weiß unterschätzen oder die Zügel schleifen lassen.

Also sind die SVM-Profis gut beraten, gegen diese im Höhenflug befindliche Truppe neben physischer Stärke vor allem mentale Kraft an den Tag zu legen – Stichwort Mut am Platz. Denn um ins Finale des ÖFB-Cups vorzudringen, wird Mattersburg tatsächlich Außergewöhnliches leisten müssen. Ohne Wenn und Aber. Dann kann auch eine Überraschung gelingen. Gegner Salzburg hat das in der Europa League zur rot-weiß-roten Freude ja bereits vorgezeigt.