Ein Kreislauf für Einnahmequellen. Über die personelle Entwicklung beim SV Mattersburg und die neuen Chancen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 10. Juli 2020 (05:58)

So spannend die Qualifikationsgruppe samt vorzeitig fixiertem Bundesliga-Klassenerhalt des SV Mattersburg war: Auch das aktuelle Personalia-Tetris ist gar kein Langeweiler, weil interessante Weichen gestellt werden.

Weitere Talente mit Akademie-Vergangenheit sollen hochgezogen werden, um sich oben zu empfehlen. Dafür braucht es einen Stamm, an dem sich die Jungen aufrichten können. Es braucht punktuelle Zugänge, um den Stamm zu festigen. Und es braucht eine klare Philosophie, die den Youngsters in so einem Konstrukt früher oder später die nötige Spielpraxis zugesteht. Das mag in der neuen Zwölferliga viel schwerer als in der bis 2018 praktizierten Zehnerliga sein.

Weil durch die Teilung der Punkte nach dem Grunddurchgang das Feld zusammenrückt und die allgemeine Spannung wieder steigt. Entwickeln und auch Spielpraxis verleihen ist da ein Drahtseilakt. Der aber nötig ist. Weil dann der SV Mattersburg als Ende der Fahnenstange die Grundidee der Fußballakademie Burgenland präsentieren kann. Mehr und mehr funktioniert die Durchlässigkeit am Weg nach oben und attraktiviert so das große Ganze der Nachwuchs-Spitzensporteinrichtung.

Das alles klingt stimmig. Fehlt nur noch, in weiterer Folge auch einen dauerhaften wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Nach wie vor ist es in Mattersburg generell eher die Ausnahme, Erlöse aus Spielerverkäufen zu erzielen. Den besten Kickern eine Plattform zu bieten, um sie gegen entsprechendes Geld (also noch vor Vertragsende) weiterziehen zu lassen, mag vordergründig die Anstrengungen der eigenen Ausbildung ad absurdum führen. Andererseits wäre dieser Kreislauf ganz im Sinne der Durchlässigkeit – und die Chance auf nachhaltige Einnahmequellen.