Ein sinnbildliches Fußball-Puzzlestück. Über die Rolle von Christopher Trimmel im Nationalteam.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 05. Juni 2021 (05:41)

Die Geschichte passt einfach zum Typ Christopher Trimmel. 2016 war er beim finalen EM-Vorrunden-Duell zwischen Österreich und Island in Paris mit dabei, allerdings als Fan auf der Tribüne. Von dort aus fieberte der Mannersdorfer beim letztlich bitteren 1:2 mit. Schon damals war der Burgenländer, der 2009 und 2010 bereits einberufen wurde, gar nicht so weit weg vom Teamkader. Mehr als die Abrufliste 2016 war für den Union Berlin-Legionär in der damaligen 2. Fußball-Bundesliga unter Teamchef Marcel Koller jedoch nicht drin.

Vier Jahre später steht Christopher Trimmel mit 34 Jahren am Zenit seiner aktiven Fußball-Karriere. In Berlin wird durch den Aufstieg 2019 der große Traum von der Deutschen Bundesliga weiter aktiv und erfolgreich gelebt– zuletzt garniert mit der Qualifikation für die Conference League. Auch in der neuen Saison 21/22 wird der seit seinem Zugang 2014 extrem verlässliche Trimmel ein fixer Bestandteil der „Eisernen“ sein.

Beim Nationalteam feierte der Routinier im Oktober 2019, knapp zehn Jahre nach seinem letzten Österreich-Einsatz, aufgrund eines verletzungsbedingten Ausfalls von Stefan Lainer sein Comeback. Anfangs nachnominiert, danach regulär berücksichtigt und mittlerweile im Kader für die Europameisterschaft stehend, erlebt er nun dieses Highlight als weitere Karriere-Belohnung auf oder neben dem Spielfeld mit. Denn wie viel Einsatzzeit Christopher Trimmel tatsächlich erhalten wird, ist schwer abzuschätzen. Tendenziell bleibt ihm vorerst wohl die Reservistenrolle. Mit der er, wie er betont, auch durchaus umzugehen weiß.

Uneigennützig, bodenständig, aber stets am Punkt bereit sein für den Fall der Fälle: Die mannschaftsdienlichen Tugenden von Christopher Trimmel sind da Goldes wert und ein sinnbildliches Puzzlestück, ehe es am 13. Juni in Bukarest gegen Nordmazedonien in der EM-Gruppenphase ernst wird. Im sportlich bislang so mageren Kalenderjahr 2021 kann das Nationalteam jetzt schließlich mehr denn je nur als völlig in sich geschlossene Einheit funktionieren.