Ein Staatsmeistertitel, der wirklich viel zählt. Über David Pichlers Sieg bei der elften Auflage der Tennis-Staatsmeisterschaften in Oberpullendorf.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 15. Mai 2019 (06:02)

Was braucht es, um ein Event über einen längeren Zeitraum hinweg zu etablieren? Im Fall der Tennis-Staatsmeisterschaften in Oberpullendorf seit vielen Jahren Hartnäckigkeit und Realitätssinn. Längst ist es eine Tatsache, dass die Fans trotz freiem Eintritt während des gesamten Turniers und Schmankerln wie Gratis-Snacks am Finaltag oder einer Tombola nach wie vor nicht wie magnetisiert ins Mittelburgenland pilgern, auch wenn dort zahlreiche Topspieler aufgeigen. Österreich hat im Tennis mit Dominik Thiem eben nur ein massentaugliches Zugpferd. So gesehen ist man auf Seiten der Veranstalter rund um Burgenlands Tennisboss Günter Kurz bei diesem Thema längst ernüchtert.

Andererseits genießt das Paket Staatsmeisterschaften in der aktiven Szene einen ausgezeichneten Ruf und wird als hochwertige Veranstaltung wahrgenommen. Während Thiem beim ATP-Turnier in Madrid schwitzte, waren annähernd alle Top-Spieler am Start. Sie werden kostenlos verpflegt, beherbergt und können auch die Infrastruktur des Sport-Hotels in Oberpullendorf nutzen. Zudem wurde diesmal mit dem Mai-Termin eine Nische gefunden, um die Titelkämpfe für die Spitzenspieler zu attraktivieren. Das Sandplatzturnier geht als Vorbereitung auf die nächste Woche startende Quali beim Grand Slam-Turnier in Paris durch. Und da wäre noch das historisch hohe Preisgeld mit 6.000 Euro für den Titel.

Dennis Novak, Nummer eins des Turniers und die Nummer 121 der Welt, nannte im Zuge der Pressekonferenz neben den Rahmenbedingungen und der Vorbereitung klarerweise auch das besagte höhere Preisgeld als Pluspunkt. Auf der Tour warten teils andere Kaliber, um in vernünftige Prämiensphären vorzudringen. Umso bemerkenswerter ist, dass sich mit dem Osliper Vorjahresfinalisten David Pichler die Nummer 671 den Titel geholt hat. Der 23-Jährige setzte sich im Semifinale eines hochbesetzten Turniers gegen Davis-Cup-Spieler Novak durch und sicherte sich am Ende einen Staatsmeistertitel, der in diesem gesamten Kontext auch wirklich viel zählt.