Ein Stress-Test gegen mögliche Unruhe. Über die 1. Runde im ÖFB-Cup und die Ansprüche. Vor allem Mattersburg steht gleich voll in der Pflicht.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 17. Juli 2019 (05:45)

Die erste Runde im UNIQA ÖFB Cup, wie Österreichs Pokalbewerb hochoffiziell heißt, ist für unsere burgenländischen Teilnehmer herausfordernd bis spektakulär. Ob Draßburg beim starken Regionalliga Mitte-Klub Gleisdorf, Neusiedl/ See gegen 2. Liga-Neuling GAK, Parndorf gegen Meister Salzburg oder Pinkafeld gegen den SV Mattersburg: Die Klubs aus dem Amateurteam-Bereich haben wenig bis gar nichts zu verlieren und können den Pokalauftakt somit als guten Stress-Test für die Meisterschaft verwenden. Nicht mehr, nicht weniger.

Anders ist die Ausgangslage für den SVM. Unser Bundesligist darf die Partie im Südburgenland ebenfalls als willkommenen Stress-Test betrachten, steht aber parallel dazu voll in der Pflicht. Nicht nur, weil gegen Landesligist Pinkafeld die Favoritenrolle zu eindeutig ist, sondern auch, weil der Cup für den zweifachen Finalisten einen traditionell hohen Stellenwert genießt. Hinzu kommt in diesem Jahr der Umstand, dass sich bei den Profis seit dem Ende der Saison 18/19 Ende Mai einiges getan hat.

Stichwort Abschied von Trainer Klaus Schmidt und davor vom Sportlichen Leiter und Tormanntrainer Robert Almer, Stichwort Bestellung von Akademie-Sportchef Franz Ponweiser zum neuen Sportlichen Leiter und Trainer in Personalunion. Stichwort Kaderverkleinerung. Stichwort größere Perspektiven für junge Spieler. Stichwort gute Vorsätze und neuer Schwung. All das klingt verheißungsvoll, kann aber nur dann zeitnah klappen, wenn im Alltagsgeschäft auch die Ergebnisse stimmen. Das ist der Spannungsbogen zwischen Theorie und Praxis. Für die Zwölferliga bedeutet das: Im Grunddurchgang vor der Teilung zumindest an die Top-Sechs ranschnuppern. Darum wird schon der Liga-Auftakt am 28. Juli daheim gegen Hartberg bedeutsam. Für den Cup bedeutet das: Weiterkommen.

Alles am ersten Stress-Test der neuen Saison in Pinkafeld aufzuhängen, wäre freilich unseriös. Trotzdem: Ein Scheitern wäre perfekter Nährboden für Unruhe. Und die kann dann schon vor der ersten Ligaminute ein Störfaktor sein.