Eine Leistung und ihre Gegenleistung. Über nötige Voraussetzungen für die neue Saison im Amateurfußball: positiven Schwung und noch flexiblere Regeln.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 01. Mai 2021 (04:45)

„Die Entscheidung war alternativlos. Das Verletzungsrisiko wäre zu groß gewesen. Jetzt freuen wir uns auf eine spannende nächste Saison.“ Diese Reaktion auf die Annullierung der Punktejagd 2020/2021 kam von einem der größten Kritiker des Burgenländischen Fußballverbands: Peter Krenmayr.

Der streitbare Präsident des ASV Siegendorf nahm das am Montag verkündete Aus professionell zur Kenntnis. Wohlwissend, dass sich die für eine nötige Wertung noch offene Hinrunde realistisch nicht mehr ausgeht. Für 19. Mai sind die Öffnungen seitens der Bundesregierung geplant. Mit genau vier Wochen Vorlaufzeit könnte dann theoretisch von 16. Juni bis 4. Juli gekickt werden. Über 400 Partien stünden noch an, alleine Siegendorf fehlen acht Stück. Selbst für den ambitionierten Burgenlandligisten ist das zu viel.

Dass die zweite Saison am Stück nicht gewertet werden kann, ist nicht nur für Siegendorf sportlich gesehen desaströs. Alle potenziellen Aufsteiger fuhren hier emotional gegen die Wand. Die Einsicht, dass in der Saison 2020/2021 einfach nicht mehr möglich war, ist ihnen allen als Leistung anzurechnen und ein Zeichen von Größe. Auch wenn bei der tatsächlichen Abbruchs-Schuldfrage mit dem Corona-Virus ein unsichtbarer Bösewicht im Spiel ist.

Gerade deshalb braucht es nun nach dem Hakerl über die alte, unvollendete Saison positiven Schwung und vor allem Zuversicht für die neue Punktejagd. Die startet bereits vorgezogenerweise Ende Juli, um mehr zeitliche Möglichkeiten zu haben. Schließlich soll ja im dritten Anlauf endlich wieder einmal eine Wertung geschafft werden. Von Verbandsseite darf da im Vorfeld der neuen Saison ruhig ein offener und kritischer Blick auf die vielzitierten Bestimmungen geworfen werden – Priorität Aufstiegsszenarien. Das Ziel muss schließlich auch hier sein, während der nächsten Saison ein Höchstmaß an Handlungsspielraum für den Fall der Fälle zu gewährleisten. Diese Flexibilität wäre jene Gegenleistung an die Klubs, die es für die neue Meisterschaft zur Sicherheit benötigen müsste.