Eine wertvolle Aktie, aber kein Zauberer. Über die neue Aufgabe von Stephan Helm als Trainer mit Emanuel Pogatetz beim SKN St. Pölten.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 17. Juni 2021 (01:12)

Anders als beim SV Mattersburg 2020 hat sich mit dem SKN St. Pölten diesmal wieder ein Klub auf natürlichem Weg aus der Bundesliga verabschieden müssen. Es war sportlich zu wenig, weshalb die Niederösterreicher in die 2. Liga absteigen. Anders als im Burgenland, wo kein Oberhaus-Comeback in Sicht ist, soll es beim SKN aber zeitnah wieder zurückgehen. Für diesen Weg hat der Verein mit dem Pamhagener Stephan Helm und Ex-Profi Emanuel Pogatetz ein Duo verpflichtet, das seine Trainer-Premiere in der ersten Reihe feiert. Die Konstellation mag mit diesem Anspruch auf den ersten Blick wie eine No-Name-Variante wirken. Aber die erworbene Aktie hat ihren Wert.

Stephan Helm, Ex-Regionalliga-Kicker, -Spielertrainer bei seinem Heimatverein Pamhagen, -Kinderfußballcamp-Betreiber, -Sport und -Geschichte-Professor am Gymnasium Neusiedl/See sowie Sky Sport Austria-Analyst, hat sich längst auch nachhaltig in der professionellen Fußballszene positioniert: als Videoanalyst bei der Austria, als Co-Trainer bei den Grasshoppers Zürich, als Trainer der dortigen Zweiermannschaft und zuletzt als Offensivtrainer im Betreuerstab des LASK. Helm steht dabei, wie er betont, für das proaktive Spiel nach vorne. Die bereits gewonnene Erfahrung und Spielauffassung des 38-Jährigen, gepaart mit Pogatetz, der beim LASK Defensivtrainer war und seinen Teil zum großen Ganzen beiträgt, soll nun in Reihe eins fruchten.

Dort werden für die Öffentlichkeit von Beginn an aber primär Ergebnisse zählen – ein rauer Wind wird stetiger Begleiter sein, wenn der SKN als große Nummer in die 2. Liga geht. Anspruch und Realität, diese Kombination kann zum Spannungsfeld werden. Obwohl in Niederösterreichs Landeshauptstadt aktuell noch der Umbruch und eine Neuausrichtung im Gang sind. Obwohl es nicht das erste Mal wäre, wenn ein Verein nach so aufgewühlten Zeiten nur zögerlich auf Hochtouren kommt. Umso wichtiger könnten in diesem Konstrukt die Faktoren Zeit, Geduld und Vertrauen sein. Denn eine abgeschlossene Ausbildung hat Stephan Helm nicht auf seiner Vita: Zauberer.