Entbehrlicher Prinzipienkampf

Erstellt am 03. September 2022 | 05:36
Lesezeit: 2 Min
über die außerordentliche Hauptversammlung des BFV und die dortige Abstimmung zum Ausschluss von Vizepräsident Ernst Wild.
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Es hat historischen Charme, dass der Burgenländische Fußballverband (BFV) am 20. September ins Gasthaus Muschitz nach Markt Sankt Martin zur außerordentlichen Hauptversammlung lädt. Geht es doch darum, ob der vom BFV-Vorstand ausgesprochene Ausschluss von Vizepräsident Ernst Wild bestätigt oder aufgehoben wird. Der Obmann des ASV Draßburg wurde vom ÖFB als Funktionär im Sommer für zwei Monate (eines davon bedingt) gesperrt, weil er im Herbst 2021 seiner Meldepflicht in Bezug auf mögliche Spielmanipulation nicht nachkam. Wild stellte klar, dass er Gerüchte wahrgenommen und nach Rücksprache mit seinem Anwalt diesem auch ein Protokoll geschickt habe, nicht aber den Verbänden. In der Folge stimmte der BFV-Vorstand mehrheitlich für Wilds Ausschluss aus dem Führungsgremium. Weil es sich mit der Verletzung der Meldepflicht um ein Fehlverhalten in Bezug auf den hochsensiblen Bereich der Spielmanipulation handelte, befeuert durch den Ostliga-Wettskandal. Nicht mehr und nicht weniger. Das bestätigte der ÖFB schon Anfang Juli der BVZ: „Festzuhalten ist, dass Herrn Wild die Manipulation von Spielen beziehungsweise eine Beteiligung daran nicht zum Vorwurf gemacht wurde.“ Bitter nur, dass BFV-Präsident Günter Benkö kurz nach Bekanntwerden der Sperre in einer Tageszeitung wie folgt zitiert wurde: „Unseres Wissens nach wurde er als Mitwisser bestraft.“ Der Dimensions-Unterschied zwischen Mitwisser und jemandem, der die Meldepflicht verletzt, ist groß. Bis dato hat Benkö diese Behauptung öffentlich nicht zurückgezogen. Reine Spekulation, aber die Geschichte hätte dann vielleicht anders geendet. Ernst Wild wäre als logische Konsequenz einer solchen Sperre wohl zurückgetreten, statt die Causa nun auf die Spitze zu treiben. So aber steht fest: Dass über seine Berufung gegen den Ausschluss bei einer eigenen Hauptversammlung abgestimmt wird, ist der Höhepunkt eines völlig entbehrlichen Prinzipienkampfs zweier BFV-Granden.