Eisenstadt , Wien

Erstellt am 14. März 2018, 06:10

von Bernhard Fenz

Gemeinsames Denken gegen Prestigeverlust. Bernhard Fenz über die drohenden Geburtsprobleme der neuen 2. Liga.

Morgen, Donnerstag, endet die Abgabefrist der Lizenzanträge für die neu installierte 2. Liga, die aktuell noch Erste Liga heißt. Alteingesessene Fans sagen gerne noch 2. Division. Kurzum handelt es sich um Österreichs zweithöchste Spielstufe, die ab der neuen Saison 18/19 von zehn auf 16 Klubs aufgestockt wird.

Vorab muss aber klar sein, wie viele Teams tatsächlich mitspielen wollen. Die Aufstockungsprognose der jetzigen Zehnerliga (nach oben hin steigen die Top-Zwei auf) verspricht ein enges Match.

Weil pro Regionalliga beschlussmäßig maximal nur drei Klubs rauf dürfen – um die dritte Leistungsstufe nicht zu sehr auszuhöhlen – und aus dem Westen womöglich gar kein Verein rauf will, wird die Sache knapp. So gesehen wäre es gar nicht mehr so überraschend, würde die Aufstiegs-Obergrenze doch noch von den legitimierten Gremien spontan abgeändert werden.

Burgenlands Fußballboss Gerhard Milletich drückte es diplomatisch aus und stellte etwa einen vierten Ostliga-Aufsteiger dann als Denkvariante in Aussicht, wenn es sich dabei um ein Bundesliga-Amateurteam handeln würde. Man müsse jedenfalls das Gesamte im Auge haben. Der Haken: Um die Regionalliga wieder vernünftig aufzufüllen, bräuchte es von unten dann neben den Meistern einen zusätzlichen Aufsteiger aus den drei östlichen Landesligen Burgenland, Wien und Niederösterreich. Und das wird organisatorisch, sagen wir mal so, herausfordernd.

Fest steht längst: Das große Ganze befindet sich im Spannungsfeld, weil die Reform der beiden höchsten Ligen des Landes von Beginn an funktionieren sollte. Nicht nur übrigens im Interesse der Bundesliga. Gerade die neue 2. Liga als Drehscheibe zwischen Profi- und Amateurbereich wird nach außen hin noch mehr als ein gemeinsames Dachprojekt zwischen Bundesliga, dem Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) und den Landesverbänden wahrgenommen. Ergo braucht es auch gemeinsame Lösungen für das Problem. Sonst ist schon vor dem ersten Anpfiff der neuen Saison ein rot-weiß-roter Prestigeverlust fix.