Gut im Sinne der Sportgeschichte. Über die Bundesliga ohne das Burgenland und die Orte, die erhalten werden müssen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 10. September 2020 (05:45)

Spätestens am Wochenende wird manche rot-goldene Fußballfans die Realität einholen, wenn die Bundesliga und die 2. Liga erstmals seit der Saison 1999/2000 ohne einen einzigen Burgenland-Vertreter startet.

Der SV Mattersburg war danach 20 Jahre in den beiden höchsten Spielstufen aktiv (15 Jahre davon ganz oben), auch der SC/ESV Parndorf trug in diesem Zeitraum seinen Teil mit drei Jahren in Österreichs zweiter Leistungsklasse bei. Im Heidebodenstadion zu Parndorf hat das Bundesliga-Abenteuer in Form einer stark verbesserten Infrastruktur samt danach folgendem Kabinen- und Spielflächen-Ausbau für den eigenen Nachwuchs bleibenden Eindruck hinterlassen. Sportlich wird aktuell Burgenlandliga-Fußball geboten, der Verein dürfte sich mittelfristig zwischen Landes- und Regionalliga einpendeln.

Beim SVM ist die Sache vorerst anders. Der Bundesligist ist nach dem Commerzialbank-Crash von der Bildfläche verschwunden, das Pappelstadion verwaist. Dass sich mit dem MSV 2020 ein Nachfolgeverein gegründet hat, der den grün-weißen Nachwuchs übernimmt und früher oder später als neuer Pächter das Pappelstadion wiederbeleben will, ist ein Schritt mit Signalwirkung. Schließlich geht es auch um Sportstätten, die erhalten werden müssen, weil sie Geschichte(n) erzählen und historisch gewachsen sind. Ein Blick auf die plattgemachte Fläche des ehemaligen Lindenstadions in Eisenstadt reicht, um zu wissen, wie schade es ist, wenn solch ehrwürdige Orte ausradiert werden.