Hintereinander statt gleichzeitig. Bernhard Fenz über zwei zu klärende Personalien in der sportlichen ÖFB-Führung.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 20. September 2017 (06:28)

Spätestens seit klar ist, dass Österreichs Nationalteam keine realistische Chance mehr auf eine erfolgreiche WM-Quali hat, ist auch die rot-weiß-rote Zukunft von Marcel Koller beantwortet. Der Vertrag wird nicht verlängert.

Zum Teamchef-Thema hat sich aber die wichtige(re) Frage dazugesellt, ob auch ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner gehen muss. Dem Vernehmen nach dürften die Zeichen mehrheitlich auf Abschied stehen. Das ÖFB-Präsidium – dem auch Burgenlands Fußballboss Gerhard Milletich angehört – soll hier zeitnah entscheiden.

Fakt ist: Ruttensteiner muss jetzt rasch der Rücken gestärkt werden, oder er muss rasch abgelöst werden. Schließlich kann nur ein unumstrittener Sportchef eine wirklich fundierte Teamchef-Suche und -Bestellung auf Basis einer breiten Vertrauensmehrheit und vor allem in aller Ruhe leiten.

Der Suchprozess darf dann auch länger dauern. Natürlich wäre es gut, möglichst bald einen neuen österreichischen Teamchef präsentieren zu können: Überhastetes Handeln ist in dieser Causa aber definitiv nicht nötig. Weil es ob der verpassten WM derzeit keine sportliche Feuerwehr braucht. Etwas mehr als zwei Wochen noch, dann folgen die letzten beiden Qualifikationsspiele gegen Serbien und in Moldawien – Kollers Pflichtspiel-Abschiedsvorstellungen.

Ganz gleich, wie der Schweizer da mit dem Team abschneidet, oder ob sein Abgang doch vorgezogen und ein interimistischer Betreuer auf der Bank sitzen wird: So viel Professionalität ist auf diesem Niveau vorauszusetzen, dass das Nationalteam funktioniert – und dass alle Spieler beim Neo-Teamchef eine erste Duftmarke abgeben wollen. Selbst wenn es den zu diesem Zeitpunkt offiziell noch gar nicht gibt.