Interessenvertreter im Spannungsfeld. Über den aktuellen Kampf um die Besetzung der Vorstandsmitglieder im Burgenländischen Fußballverband.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. Februar 2020 (05:43)

Es dürfte unterhaltsam werden, wenn am 1. März die Hauptversammlung des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) im Kulturzentrum Eisenstadt steigt. Der Grund, warum das Treffen der rot-goldenen Fußballfamilie samt Wahl des Verbands-Vorstands kein Formalakt in aller Freundschaft wird, bewegt sich einmal mehr im Spannungsfeld zwischen konstruktivem und kleinbürgerlichem Denken, das die Regionen seit jeher begleitet und spaltet. Im Fokus steht diesmal die Position des Sportreferenten.

Die Kurzfassung der komplexen Causa ( in voller Länge nachzulesen hier bzw. unten): Weil zuletzt aus dem Norden mit dem Leithaprodersdorfer Josef Bauer ein Gegenkandidat zum Sportreferenten des offiziellen Wahlvorschlags – dem Güssinger Manfred Luisser – ins Rennen geschickt wurde, hat der Süden kurz vor Ende der Frist einen Antrag auf Abschaffung desselben eingebracht. Dafür ist bei der Hauptversammlung eine Zweidrittelmehrheit nötig. Falls es die nicht gibt, bleibt die Position erhalten. Dann kommt es zu einer Kampfabstimmung.

Warum eigentlich abschaffen? Offiziell deshalb, weil die Kompetenzen eines Sportreferenten künftig auch auf andere Schultern im Verband aufgeteilt werden könnten und die Position dann in dieser Form nicht mehr nötig sei. Tatsächlich geht es aber vor allem um die Mandatsverteilung. Im Fall der Wahl Bauers wären dann 7 von 16 Personen im Vorstand der Gruppe Nord zuzuordnen – 5 dem Süden und 4 der Mitte. Das besagte Ungleichgewicht (derzeit 7 aus dem Norden, 6 aus dem Süden und 3 aus der Mitte) sieht man in den Gruppen Süd und Mitte traditionell kritisch.

Sportpolitisch ist der Groll nachvollziehbar, wenn im so weit auseinandergezogenen Burgenland nicht genügend regionale Interessenvertreter in der Machtzentrale vertreten sind. Logisch also, dass dieses Thema polarisiert. Deshalb aber sogar in Kauf zu nehmen, dass eine für den Verband durchaus sinnvolle Position geopfert werden könnte, untergräbt die operative Struktur des BFV – und wäre letztlich ein gewaltiger Schuss nach hinten.