Kompetenz und Zeit als Erfolgsschlüssel. Über Franz Ponweisers Bestellung in die sportliche Führungs-Etage beim SV Mattersburg.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. Juni 2019 (05:41)

Seit Sonntag ist beim SV Mattersburg auf der Ebene der sportlichen Spitze alles anders. Chefcoach Klaus Schmidt und der Klub einigten sich nach Wunsch des Steirers auf eine vorzeitige Vertrags-Auflösung. Erst am 28. August 2018 übernahm er die Profis nach der Trennung von Vorgänger Gerald Baumgartner. Bereits vor Schmidt hat sich Robert Almer – mittlerweile beim ÖFB-Nationalteam für die Torwartagenden zuständig – verabschiedet. Er war im August 2018 zum Sportlichen Leiter befördert worden. Zwei Personal-Wechsel innerhalb von rund zehn Monaten auf so wichtigen Ebenen, das ist bei einem Klub wie dem SVM außergewöhnlich. In der Vergangenheit war es vergleichsweise ruhig. Den Posten des Sportlichen Leiters hatte vor Almer seit Juni 2013, also gut fünf Jahre lang, mit Franz Lederer der SVM-Langzeittrainer inne. Lederers Vorgänger Ernst Simmel war auf Management-Ebene überhaupt knapp 15 Jahre der Mann für alle Fälle, eben seit der SV Mattersburg im österreichischen Fußball spürbar nach oben drängte.

Am Trainersektor wiederum war Lederer von 2004 bis 2013 fast zehn Jahre lang in der Blütezeit und bis zum Abstieg aktiv. Seitdem waren (inklusive Interimslösungen) sechs verschiedene Trainer am Werk. Das ist ein Schnitt, der sich diametral zum SVM-Grundverständnis – Präsident Martin Pucher beschwört an sich Kontinuität – bewegt. Dass Sportlicher Leiter (Almer) und Trainer (Klaus Schmidt) nach nicht einmal einem Jahr von sich aus das Handtuch warfen, wird dem Langzeit-Boss nicht schmecken.

Umso spannender wird sein, wie sich der bisherige Akademie-Leiter Franz Ponweiser als neuer Mattersburg-Trainer sowie Sportlicher Leiter in Personalunion behaupten und positionieren kann. Der 43-Jährige rührte seit 2017 als aktiver AKA-Chef kräftig um und sorgte für jenen neuen Schwung, der nun auch in sportlichen Ergebnissen messbar war. Dafür erhielt Ponweiser in der rot-goldenen Talenteschmiede Kompetenz und Zeit. Beides könnte auch in dem neuen Konstrukt der Schlüssel zum Erfolg sein.