Marketing-Pflichtsieg für das Burgenland. Über das EM-Ticket der Nationalmannschaft und die Freude darüber – auch auf Seite der Sponsoren.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 20. November 2019 (06:17)

Österreichs Fußballseele war Ende März, zu Beginn der EM-Qualifikation, schwer gekränkt. Unsere Nationalmannschaft war nach zwei Auftaktniederlagen gegen Polen und in Israel schließlich drauf und dran, das Ticket für die Europameisterschaft 2020 frühzeitig aus der Hand zu geben. Mittlerweile steht fest: Die Kräfteverhältnisse in der Gruppe G haben sich wieder der Papierform angepasst. Emotionsfrei betrachtet fixierte die Mannschaft von Teamchef Franco Foda erwartungsgemäß die Teilnahme.

Über kurz oder lang wird Österreichs gekränkte Fußballseele, die sich nach den anfänglichen Qualifikations-Rückschlägen bei den Heimspielen in überschaubaren Besucherzahlen ausgedrückt hatte, auch wieder euphorisiert sein. Die Auslosung am 30. November, die laufende Vorbereitung, die Prognosen, der Blick auf die Gruppengegner, all das wird sich in kollektiver Vorfreude und vor allem im steigenden öffentlichen Interesse manifestieren.

Kein Wunder also, dass auf Sponsorenseite solche Ereignisse das Sahnehäubchen sind. Seit 1997 macht das Burgenland gemeinsame Sache mit dem Nationalteam, ziert das Logo die Kleidung der Spieler. In sportlich kargen Zeiten bleibt dieser Umstand vorwiegend der (zugegeben großen) rot-weiß-roten Fußballszene vorbehalten. Erfolgreiche Phasen öffnen hingegen den Markt an potenziellen Werbekonsumenten in neue Sphären. Ähnlich wie der zurückgetretene Marcel Hirscher beim Skifahren oder Dominic Thiem zuletzt beim Tennis, hat vor allem das Fußball-Nationalteam das Potenzial, eine ganze Nation zu euphorisieren.

Die Verlängerung des Sponsorvertrags von Burgenland Tourismus und dem ÖFB im Jahr 2018 um weitere zwei Jahre bringt dem Land der Sonne nach der WM 1998 und den EM-Teilnahmen 2008 und 2016 im Jahr 2020 das vierte Großereignis als internationale Präsentations-Plattform und als Möglichkeit, auch die erhöhte nationale Aufmerksamkeit werbewirksam zu nützen. So gesehen ist der rot-goldene Marketing-Pflichtsieg schon vor dem ersten EM-Spiel eingefahren.