Mit neuer Dynamik zur bitteren Realität. Über das Szenario, dass die Fußballmeisterschaft im Unterhaus auch in dieser Saison annulliert werden muss.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 25. März 2021 (03:23)

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das wissen wir Zweckoptimisten – ich zähle mich zu dieser Gruppe – nur zu gut. Und doch hat sich ein gewisser Bremseffekt eingestellt, wenn es um eine positive Prognose für eine Fortsetzung der Meisterschaft im Amateurfußball geht. Auch wenn wir alle wissen, dass nur die noch offene Hinrunde fertiggespielt werden müsste, um eine Wertung zu erreichen und nicht wieder – wie schon 19/20 – annullieren zu müssen. Dafür bräuchte es aber einmal einen Trainingsbeginn im Erwachsenenbereich. Der lässt auf sich warten, weil das hohe Infektionsgeschehen aktuell gerade in Ostösterreich wieder wütet.

Die Hoffnung auf wärmeres Wetter, auf eine fortschreitende(re) Durchimpfung und auf mehr Normalität bleibt weiterhin aufrecht. Auch die Pro-Argumente für mehr Sport sind nach wie vor völlig stimmig. Dass kein erhöhtes Ansteckungsrisiko im Freien besteht, oder dass selbst Mannschaftssport in Verbindung mit regelmäßigen Testungen zu mehr Kontrolle der Lage beitragen könnte, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Dem gegenüber steht aber vor allem die Belastung der intensivmedizinischen Betreuung, die mittlerweile dominante und ansteckendere britische Covid-Mutation und die immer jüngere Altersquote bei den Erkrankungen. Man braucht kein großer Experte zu sein, um sich auszumalen, dass angesichts dieser neuen Dynamik alle Öffnungsschritte leiden. Das Problem ist aber: Die Zeit drängt. Spätestens in einem Monat müsste im Amateurfußball das Training (in welcher Form auch immer) wieder möglich sein.

Sonst kann sich der Not-Zeitplan mit einer vierwöchigen Vorbereitungs-Vorlaufzeit nicht ausgehen, um die Saison in allen Ligen und Klassen durchzubringen. Dort sind teils völlig unterschiedliche Zahlen an Partien noch offen, im Extremfall fehlen einzelnen Klubs gar bis zu acht oder neun Spiele. Kurzum: Wir müssen uns alle schön langsam damit anfreunden, dass sich auch heuer keine Wertung ausgehen wird. Diese neue Dynamik entwickelt sich mittlerweile sehr deutlich spürbar zur bitteren Realität.