Momentaufnahme mit EM-Potenzial. Über den Status von Christopher Trimmel, der sich zu einem guten Zeitpunkt in den Teamkader gespielt hat.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 13. November 2019 (06:14)

Es war der 22. Juni 2016 in Paris. Ein gewisser Christopher Trimmel fieberte als Fan des österreichischen Nationalteams auf der Tribüne im Stade de France mit. Vor den Augen des gebürtigen Mannersdorfers schied Österreich bei der EURO in Frankreich nach einem 1:2 gegen Island noch vor der K.o-Phase aus. 2016 war der Legionär von Union Berlin kein Thema für den Kader von Marcel Koller. Mehr als sechs Jahre davor, im März 2010, wurde der Kämpfer zuletzt in den rot-weiß-roten Kader beordert.

Seitdem ist einiges geschehen.

Der mittlerweile 32-Jährige steht noch immer bei den „Eisernen“ unter Vertrag und hat sich zum Kapitän hochgearbeitet. Union Berlin hat im Frühjahr den erstmaligen Aufstieg in die Deutsche Bundesliga geschafft, wo der Mittelburgenländer eine fixe Größe ist. Und dann wäre da noch der verletzungsbedingte Ausfall von Stefan Lainer im Vorfeld der letzten beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Israel und in Slowenien gewesen. Der gelernte Stürmer Trimmel wurde von Teamchef Franco Foda für die rechte Defensiv-Seite – also jene Position, in die er als Profi im Lauf der Jahre mehr und mehr hineinwuchs – nachnominiert und feierte somit nach über neun Jahren ein unerwartetes Comeback.

Mittlerweile ist Lainer wieder fit und natürlich auch für die beiden entscheidenden Partien am Samstag (20.45 Uhr) gegen Nordmazedonien und kommenden Dienstag (20.45 Uhr) in Lettland dabei. Ein Punkt fehlt Österreich noch, um das nach dem Fehlstart nun zum Greifen nahe Ticket für die EURO 2020 zu lösen. Reine Formsache, die es professionell zu erledigen gilt. Interessant: Christopher Trimmel befindet sich auch unter den 24 einberufenen Profis und schaffte somit den Sprung von der Abrufliste in den regulären Kader – in der entscheidenden Phase der Quali, sieben Monate vor dem EM-Start. Nüchtern betrachtet mag das nicht mehr als eine nette Momentaufnahme sein. Und doch steht fest: Vom Timing her gibt es für ein Comeback im Nationalteam nach rund neuneinhalb Jahren wohl keinen besseren Zeitpunkt.