Mühsam, aber nicht hoffnungslos

Erstellt am 27. November 2022 | 05:21
Lesezeit: 3 Min
über den schweren Weg zurück für vertragslose Fußballprofis und die parallel dazu veränderten Perspektiven für die Zeit danach.
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So umstritten die Fußball-WM in Katar auch sein mag: Das globale Rampenlicht ist den Aktiven sicher. Weniger beleuchtet ist derzeit der heimische Profifußball. Der Meisterschaftsbetrieb ruht WM-bedingt bereits. So oder so unbemerkt sind all jene, die keine Verträge haben und am Transfermarkt übrig blieben. Sie fiebern der Zeit entgegen, wenn die Klubs sich langsam wieder personell neu aufstellen. Diese Phase ist aufgrund der Pause schon jetzt heiß.

Markus Kuster ist einer jener Profis ohne aktuellen Arbeitgeber. Der langjährige Mattersburg-Stammgoalie war bis Sommer als Zweier beim Karlsruher SC in der 2. Deutschen Bundesliga, fand danach keinen passenden neuen Verein, will aber endlich wieder spielen. Kein Wunder. Mit 28 Jahren hat der Schlussmann aus Pama ausgewiesen die Hälfte seines Lebens dem Fußball gewidmet. Mit 14 Jahren zog er ins Internat der Fußballakademie Burgenland, um den Profitraum zu verwirklichen. Der Plan ging viele Jahre voll auf. Mit nicht einmal 30 muss sich der Nordburgenländer nun aber wieder mühsam in das Geschäft zurückkämpfen. Und doch kommt gerade in solchen Situationen ein oft unerwähnter Umstand zum Tragen – für den HAK-Mattersburg-Absolventen Markus Kuster gleichermaßen wie für alle Betroffenen. Längst ist die fußballerische Ausbildung im Spitzensport auch an den parallel laufenden schulischen Bildungsweg gekoppelt. Viele Jahre schon ist es Akademie-Usus, die Talente am dualen Weg nicht nur zum Profi, sondern vor allem auch zur Matura oder einem anderweitigen Abschluss zu begleiten. Längst ist der Profi von heute nicht mehr selbstverständlich ein Schulabbrecher, der sich schon in jungen Jahren nur noch der Karriere widmete und alles andere völlig unberücksichtigt ließ. Gut so. Zu schnell kann es im Fußball-Business gehen. Und dann mag ein Abschluss ein wichtiges Puzzleteil für Bildungswege in alle Richtungen sein. Denn dass in Österreich alle Profis automatisch für ihr restliches Leben ausgesorgt haben, ist ein Märchen.