Mut zur Offensive als notwendige Tugend

Über die Nachbesetzung von Gerhard Milletich als Präsident des Burgenländischen Fußballverbands (BFV).

Bernhard Fenz
Bernhard Fenz Erstellt am 26. September 2021 | 01:43

Was wird sich am Präsidentschaftsstuhl des BFV nach dem Abgang von Gerhard Milletich tun? Der Noch-Boss wird am 17. Oktober bei der offiziellen Wahl Leo Windtner an der Spitze des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) beerben, nachdem er sich im Nominierungsrahmen des Wahlausschusses am 11. September gegen seinen Mitstreiter Roland Schmid bereits durchsetzen konnte.

Milletichs Position muss für die verbleibende Zeit seiner bis März 2024 dauernden Funktionsperiode nachbesetzt werden. Laut den den aktuell gültigen Satzungen bestimmt der BFV-Vorstand in einem ersten Schritt eine Nachfolge aus den eigenen Reihen. Nur wenn das nicht gelingt – weil sich keine Person bereit erklärt oder im Vorstand nicht die nötige Mehrheit erhält –, käme es zu einer außerordentlichen Hauptversammlung. Dann könnten auch externe Kandidaten über Wahlvorschläge ins Spiel gebracht werden. Genau das präferieren laut einer BVZ-Online-Umfrage übrigens 66 Prozent aller teilgenommenen User – eine externe Nachfolge als Präsident und eine außerordentliche Hauptversammlung. Rund 23 Prozent finden eine interne Nachfolge eine gute Lösung, für die restlichen elf Prozent wäre es egal, wer bis März 2024 am Ruder ist.

Dieses Stimmungsbild mag für die Rufe nach einem ganz neuen Gesicht an der Spitze des Verbandes sprechen. Zu deuten ist es aber auch als Ausdruck der öffentlichen (Nicht-)Wahrnehmung des Vorstands. Nach dem Motto: Wer bislang nicht wesentlich in Erscheinung getreten ist, hat auch nicht das Zeug für eine Spitzenfunktion. Sollte die rot-goldene Fußball-Führungs-Etage laut Satzungs-Prozedere also eine Person aus ihrem Kreis bestellen, müsste diese dann zeitnah auf die Vereine zugehen und sie mit ihrem Paket an Wünschen, Sorgen und Ideen proaktiv abholen. Denn eines ist klar. Ohne Promi-Bonus, ohne Vorschusslorbeeren und als Teil der bestehenden Struktur braucht es Mut zur Offensive und ein ganz starkes Miteinander, um all jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die eine Veränderung von außen wollen.