Neue Perspektiven und neue Pflichten. Bernhard Fenz über den torreichen Bundesliga-Auftakt und den Mattersburger 3:2-Auswärtssieg in Altach.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 01. August 2018 (02:26)

Runde eins der neuen Zwölferliga wurde mit 27 Treffern gleich zum Torfestival. 4,5 Bummerl im Schnitt ist ein attraktiver Wert. Zufall, oder wird bereits vermehrt mit offenem Visier gekickt?

Zur Erinnerung: Nach dem Grunddurchgang von 22 Runden wird die Liga geteilt, die Punkte werden halbiert und die Top-Sechs spielen in der Meistergruppe zehn Spieltage lang um den Titel sowie die besten Plätze weiter. Die restlichen sechs Klubs dürfen sich ebenso lange in der Qualifikationsgruppe behaupten. Dort gilt es primär, dem Abstiegskampf fernzubleiben, auch wenn dem Sieger als Belohnung am Ende das neue Europa-League-Play-Off um einen internationalen Startplatz winkt.

Gut möglich, dass sich die Liga-Konstellation auf die Spielanlage der Vereine auswirkt, womit wir wieder bei der Frage nach dem „Warum“ beim Torfestival der ersten Runde wären. Trotzdem: Stichhaltige Antworten werden erst die nächsten Wochen bringen. Erst dann werden Trends ablesbar sein, wie dynamisch die Punktejagd im neuen System ist. Sehr wohl ist schon jetzt Fakt: Wer abgesehen der üblichen Verdächtigen Salzburg, Rapid, Austria oder auch Sturm – die unter normalen Umständen regelmäßig punkten und sich vorne ansiedeln sollten – auch nach dem Grunddurchgang oben mitmischen will, muss von Beginn weg strategisch hellwach sein und direkte Duelle gewinnen.

Siehe Mattersburg: Der 3:2-Erfolg in Altach bildet eine gute Basis und war gleich ein gefühltes Sechs-Punkte-Spiel. Das ist natürlich dramatisiert, aber im Kern nicht wegzuleugnen: Wer sich nach 22 Runden tatsächlich in der oberen Hälfte der Liga wiederfinden will, muss schließlich positiv bilanzieren und zumindest sechs Klubs hinter sich lassen. In der Praxis bedeutet das für die nahe Zukunft: Nach dem Bonus-Heimspiel am Samstag gegen Meister Salzburg steht der SVM in Hartberg, gegen den WAC und bei der Admira wieder voll im Soll, um die Top-Sechs im Blick zu behalten. Willkommen im neuen Liga-Alltag, der somit neue Perspektiven, aber auch neue Pflichten mit sich bringt.