Nicht im Sinn der Ausgewogenheit. Über die schwierige Wartezeit für die Zulassung von Mannschaftssportarten und das emotionale Skithema.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 29. Januar 2021 (03:23)

Die Diskussion, was in Lockdown-Zeiten im Bezug auf Sport möglich sein kann und was nicht, ist seit Ende Dezember um eine Stufe hitziger geworden. Seitdem dürfen bekanntlich Skigebiete im Sinne der allgemeinen Bewegung öffnen. Gerade nahe von Ballungszentren konnte der romantische Covid-Freiluftsportgedanke nicht mit der Realität mithalten. In Lichtgeschwindigkeit verbreiteten sich Fotos von Menschentrauben beim Lift und befeuerten Emotionen.

Längst hat sich ein schwelendes Ungerechtigkeitsempfinden all jener Sparten entwickelt, die nach wie vor zur Untätigkeit gezwungen sind. Beispiel Fußball, wo vielen völlig unklar ist, warum im Ski-Kontext nicht gleiches Recht für alle gilt. Klares Argument: Ein Training im Freien – etwa für den Nachwuchs – wäre unter Einhaltung der Abstandsregeln sicher und leicht möglich. Das mag sogar stimmen. Alleine der Zeitpunkt dafür hinkt. Virus-Mutationen, die dadurch nach wie vor unsichere Infektionslage, das kalte Wetter und die noch schleppende Impfquote ergeben einen Mix, der momentan einfach keine Gruppenbildung im populärsten Sport Österreichs zulässt. Auch wenn es im Freien erfolgen würde und noch so gut gemeint sein mag.

Zu groß wäre das Risiko im Zuge einer allgemeinen Öffnung der Breite, dass sowohl beim Nachwuchs, als auch bei den Erwachsenen jene Disziplin auf der Strecke bliebe, die während des aktuellen Lockdowns eigentlich eingefordert wird. Um endlich die zu hohen Zahlen an Neuinfektionen zu drücken, um zeitnah wieder die Schulen zu öffnen, um bald wieder den Handel und mehr Normalität zu ermöglichen. Der Mannschaftssport hat also schlechte Karten, um sich vorzudrängen. Was bleibt, sind Durchhalteparolen. Im März könnte Besserung eintreten – ein Hoffnungsschimmer in der harten Wartezeit. Und doch: Das Gefühl, dass bei der Zulassung von Sportarten mit unterschiedlichem Maß gemessen wird, ist völlig nachvollziehbar. Unweigerlich wird so der Geduldsfaden vieler Beteiligter noch mehr belastet. Und das kann nicht im Sinn der Ausgewogenheit sein.