Noch ein Paket, dann muss es aber reichen. Über die realistischen Meisterschaftsaussichten im Amateurfußball in Form eines Neustarts im Sommer.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 15. April 2021 (03:34)

Am Freitag berät der Vorstand des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) über das weitere Vorgehen für die Meisterschaft im Unterhaus. Vor allem soll über die Saison 21/22 gesprochen werden – und das, obwohl die aktuelle ja noch gar nicht beendet ist. Für die gilt das Prinzip „Abwarten“.

Vorweg: In der Praxis ist hoffentlich allen bewusst, dass sich die für eine Wertung nötige offene Hinrunde unter den aktuellen Umständen nicht mehr ausgehen kann. Beim BFV will man sich aber das theoretische Hintertürl offen halten, falls ein mittleres Sportwunder eintritt und trotz jetzigem Lockdown doch schon früher als erwartet trainiert werden darf. Die Hoffnung, dass sich das ausständige Herbst-Restprogramm bis zum (aller)letztmöglichen Spieltermin am 4. Juli irgendwie ausgeht, bleibt freilich eine theoretische. Diese defensive Verbandstaktik kann man inkonsequent nennen, weil so nur eine naheliegende Entscheidung hinausgeschoben wird. Das Prinzip „Abwarten“ kann in der so sprunghaften Pandemie-Phase wiederum Handlungsspielraum geben, falls tatsächlich Unvorhergesehenes passiert.

Fakt ist, dass die Vereine nach mehr als einem Jahr On-/Off-Betrieb endlich wieder mehr Perspektive und vor allem Klarheit benötigen. All das kann ihnen nur mit einem auf alle Eventualitäten abgestimmten (Zeit-)Plan für die neue Punktejagd ab Sommer gegeben werden. Mit einem realistischen Vorbereitungs-Prozedere, dem vermehrten Nutzen des warmen Wetters und der totalen Priorität auf die Meisterschaft. Ohne den Rattenschwanz einer komplett unvollendeten Saison, ohne einen Rucksack voller Nachträge und ungleiche Punktestände.

Zum zweiten Mal würde dann die anullierte Meisterschaft im Nirgendwo versanden. Zum Leidwesen aller Aufstiegskandidaten. Was bliebe? Zwei abgebrochene Saisonen an Erfahrungswerten, kombiniert mit der steigenden Impfquote, hoffentlich weniger intensivmedizinischer Probleme und generell mehr Perspektiven. Für die Saison 2021/2022 muss dieses Paket dann einfach reichen.