Personalrochade im Nachwuchs als Signal. Bernhard Fenz über die künftigen Aufgaben von Franz Ponweiser und Hans Füzi in der Fußballakademie und im BFV.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 30. November 2016 (06:32)

Warum wurde Franz Ponweiser zum neuen Geschäftsführer Sport der Fußballakademie (AKA) Burgenland bestellt? Der Mittelburgenländer hat für den hochinteressanten Job gegenüber den mehr als zehn Bewerbern (unter denen sich übrigens auch Ex-Rapid-Coach Peter Schöttel befunden hat) den Vorzug erhalten.

Laut Aufsichtsratsvorsitzendem Christian Illedits legte er das beste Konzept vor. Zudem wurde mit der Neubesetzung aus dem bestehenden Betreuerstab aber auch die eingeschlagene Linie bestätigt.

Vor knapp eineinhalb Jahren tauschte Noch-AKA-Sportchef Hans Füzi den Großteil der Trainer aus. Ponweiser war damals als U15-Chefcoach einer dieser neuen Besen. Nun will der 41-Jährige, wie er sagt, optimieren. Kein Wunder: Würde er alles umkrempeln wollen, wäre der Weg – den er selbst mitgegangen ist – ad absurdum geführt. Ein falsches Zeichen.

Stattdessen soll Ponweiser künftig Vollzeit im Dienst der Akademie an diversen Stellschrauben drehen. Mehr Zeit für individuelle Förderung, intensivere Zusammenarbeit mit dem SV Mattersburg, noch bessere Außendarstellung – Beispiele kleiner Schritte, die aber ihren Zweck erfüllen könnten.

Parallel dazu wird der abtretende Füzi ab Jänner 2017 sein Wissen wieder (Vollzeit) für die Talenteschiene des Burgenländischen Fußballverbands – also FTT, BAZ und LAZ – in die Waagschale werfen. Auch das kann das große Ganze langfristig nur aufwerten. Genau dort, in den Vorstufen zur Akademie, gehen laut Ponweiser bereits burgenländische Talente verloren. Die dann oft auch nicht mehr zurückkehren. Dass österreichische (oder auch ausländische) Top-Klubs ein Auge auf außergewöhnliche junge Kicker werfen und diese dann zu sich lotsen, ist Fakt und nicht zu verhindern.

Sehr wohl muss es aber das Ziel sein, generell die besten Youngsters so lange wie möglich im eigenen Land zu betreuen, zu entwickeln, ihnen einfach attraktive(re) Perspektiven zu bieten. Die jüngste Personalrochade im burgenländischen Nachwuchs ist in dieser Hinsicht schon ein entsprechend deutliches Signal.