Respekt vor diesem Überholmanöver. Über die jüngste Serie von Golfprofi Bernd Wiesberger.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 10. Juli 2019 (06:28)

Es ist tatsächlich erstaunlich, in welch eindrucksvoller Manier Bernd Wiesberger zuletzt der European Tour seinen Stempel aufgedrückt hat. Turniersieg in Dänemark Ende Mai, Superfinale samt Ticket bei der Eintages-Qualifikations-Mühle im englischen Walton Heath Golfclub für die US Open, nun der zweite Platz bei den Irish Open (ganz nebenbei ein hochdotiertes Rolex-Series-Event) und durch diesen Spitzenplatz das gelöste Ticket für die British Open in Nordirland, nach dem Masters in Augusta, der PGA Championship und den US Open das vierte und letzte Major-Turnier des Jahres, von 18. bis 21. Juli.

Österreichs bester Golfer der Geschichte befindet sich augenscheinlich auf der Überholspur und ist aktuell schon wieder auf Platz 83 der Weltrangliste ausgewiesen. Diese Kurve nach oben war in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr klar prognostizierbar. Aufgrund der langwierigen Handgelenksverletzung im Vorjahr, die den 33-Jährigen für nicht weniger als sieben Monate außer Gefecht gesetzt hatte, stürzte Wiesberger in der Weltrangliste ab. Er, der in der besten Karriere-Phase sogar 23. war, fand sich weit außerhalb der Top-100. Und demnach auch in einem Bereich, in dem die Tür zu den ganz großen Turnieren nicht mehr wie selbstverständlich aufgeht. Automatisches Spielrecht für Majors oder dergleichen wird schließlich erst im elitären Bereich der Top-50 wieder zum Thema. Davor braucht es punktuelle Spitzenleistungen zur richtigen Zeit, um sich für Mega-Events zu qualifizieren und dann auch im Kreis der ganz Großen mit dabei sein zu dürfen. Bernd Wiesberger konnte dieses Anforderungsprofil zuletzt eindrucksvoll erfüllen. Das Ticket für „The Open“ ist nach der Quali für die US Open ein weiterer Beleg.

Der gebürtige Oberwarter und Wahl-Bad Tatzmannsdorfer hat somit nicht nur bewiesen, mit schweren Rückschlägen umgehen zu können, sondern ist auch drauf und dran, wieder in jene Sphären vorzustoßen, die ihn zur unumstrittenen Nummer eins in Österreich machten.

Dafür gebührt ihm ehrlicher Respekt.