Sportpolitik darf hartnäckig sein

Erstellt am 29. April 2022 | 05:29
Lesezeit: 2 Min
über den chronisch unterschätzten Stellenwert des Sports, gerade bei der Förderung für Verbände und Vereine.
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Hans Niessl ist in seiner ehrenamtlichen Funktion als Sport Austria-Präsident in der Sache bekanntlich angenehm unangenehm. Burgenlands Alt-Landeshauptmann tritt als oberster Vertreter laufend für die Interessen des organisierten Sports ein.

Zuletzt machte er sich gemeinsam mit Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler aktiv für eine Erhöhung des Sportbudgets im Bereich der Besonderen Sportförderung stark. Diese unterscheidet sich von der Allgemeinen Sportförderung, die für große Projekte, Events und hauptsächlich Spitzensport vergeben wird. Sie dreht sich grob gesagt um alles, was Dach- und Fachverbänden – und somit vor allem dem Breitensport – zugute kommt.

Die Rede ist hier von jährlich rund 80 Millionen Euro, die sich laut Niessl in den vergangenen elf Jahren praktisch nicht erhöht haben. Als Stichwort gilt hier die fehlende Inflationsanpassung. All das sei, nach der wichtigen Notfalls-Corona-Unterstützung für den Sport, fundamental wichtig für den ganz normal laufenden organisierten Betrieb.

Hochgerechnet bringt Sport mit allem, was damit irgendwie zusammenhängt, eine Wertschöpfung von 24,1 Milliarden Euro, das entspricht 6,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. So wichtig Bereiche wie Sportartikel, Tourismus und dergleichen auch sein mögen, das Kerngeschäft der Förderung von Verbänden und Vereinen ist eine elementare Basis. Um noch mehr Menschen mit breiten Angeboten zu bewegen, um das Gesundheitssystem noch mehr aktiv zu entlasten und um organisierten Sport noch viel mehr in unserer Gesellschaft zu stärken.

Wenn Hans Niessl und Werner Kogler eine Erhöhung von mindestens 20 Millionen Euro fordern, damit die Inflation die Mittel nicht auffrisst, könnte das einen ersten zarten öffentlichen Aha-Effekt geben. Über kurz oder lang braucht es ohnehin einen Paradigmenwechsel, der den chronisch unterschätzten Stellenwert des Sports sprengt. Eine möglichst breit angelegte, hartnäckig-sachliche und nicht locker lassende Sportpolitik ist dafür eine gute Basis.