Totale Flexibilität im Sonderfall-Zeitalter. Über die Notwendigkeit variabel auf die Covid-Lage zu reagieren. Auf der Strecke bleibt die Planungssicherheit.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 14. März 2021 (02:12)

Wenn es einen Top-Favoriten auf das Unwort des Jahres 2021 gibt, dann muss das die Planungssicherheit sein. Ob bei den sozialen Kontakten, im Handel, in der Gastronomie, im Tourismus, in der Kultur und natürlich im Sport: Überall lechzen die Menschen danach. In keinem Bereich ist sie realistisch, sehen wir uns nach wie vor täglich mit den in Bewegung befindlichen Covid-Zahlen konfrontiert – willkommen in der gesellschaftlichen Hochspannungszone.

Wer ehrliche Planungssicherheit liefern will, muss entweder Weltklasse im Wahrsagen sein, oder in Kauf nehmen, dass die unberechenbare Dynamik der Pandemie dann Entscheidungen wieder ausbremst. Umgemünzt auf die unterbrochene Fußballsaison im Unterhaus bleibt die Lage somit diffus. Die Gesamtsituation lässt die Sorge wachsen, dass eine erneute Annullierung droht. Gleichzeitig weiß keiner, ob sich nicht doch noch ein ausreichendes frühlingshaftes Zeitfenster auftun wird, das die verbleibenden Runden aus dem Herbst und somit am Ende wenigstens eine Wertung ermöglicht.

Seitens des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) wird es Fingerspitzengefühl benötigen, um auf die Pandemie-Dynamik punktuell reagieren zu können – mit dem ständig evaluierenden Blick auf die aktuellen Bestimmungen. Die erlauben 2020/2021 schließlich Beschlüsse von Sonderfällen. Gut so. In Wahrheit ist die gesamte Meisterschaft ein einziger Sonderfall. Wenn die Verbands-Verantwortlichen als oberstes Ziel ausgeben unter allen möglichen Umständen eine Wertung schaffen zu wollen, müssen Regeln und Zeitfristen im Fall des Falles wohl adaptiert werden. Bis dahin bleibt auch im Sport die Hochspannungszone bestehen. Denn totale Planungssicherheit gäbe es nur, wenn der BFV die Saison bereits jetzt abbrechen würde.

Das will wohl niemand. Ein Mindestmaß an Planungssicherheit wäre, festzuhalten, dass nur noch die offene Hinrunde fertiggespielt wird. Darauf könnten sich alle Vereine einstellen. Wie man zu diesem Ziel gelangt, muss aber im Sonderfall-Zeitalter in jedem Fall völlig flexibel bleiben.