Vordenker und Macher gefragt

Erstellt am 01. Oktober 2022 | 04:42
Lesezeit: 2 Min
über den Burgenländischen Fußballverband (BFV) und den nötigen Schritt in die Moderne. Das braucht Zeit, warum nicht gleich starten?
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Vor etwas mehr als einer Woche hat die außerordentliche Hauptversammlung Burgenlands Fußball-Führungsgremium bestätigt, im weitesten Sinne. (Ex-)BFV-Vizepräsident Ernst Wild wurde vom Vorstand aufgrund unehrenhaften Verhaltens und der potenziell geschädigten Reputation des BFV aus dem Vorstand ausgeschlossen – die Folge einer ÖFB-Sperre wegen Verletzung der Meldepflicht in Bezug auf Spielmanipulation.

Weil Wild Berufung einlegte, lag es an den Klubs, über dessen Berufung zu entscheiden. 43 von 80 anwesenden Vertretern stimmten für die Beibehaltung des Ausschlusses. Ein klares Ergebnis sieht freilich anders aus, zumindest aber hat eine Mehrheit den Vorstandsbeschluss und somit auch das Führungsgremium in seiner Entscheidung bestätigt. Ein Votum pro Wild hätte schließlich auch als ein Votum contra BFV gedeutet werden können. Eitel Wonne ist deshalb freilich nicht alles.

Die Stimmungslage wirkt rund 17 Monate vor der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im März 2024 zumindest durchwachsen. Kein Wunder: Noch ist die Covid-Pandemie nicht ausgestanden, in der Tür steht bereits die Teuerungswelle. Allein in diesem Kontext war das Thema Wild und die außerordentliche Hauptversammlung ein zusätzlicher Klotz am Bein für Burgenlands Fußballfamilie. Um dieses Stimmungsbild aufzuhellen, wird es neue Impulse brauchen. BFV-Präsident Günter Benkö (67), der ÖFB-Boss Gerhard Milletich im Vorjahr beerbte, wird – Stand jetzt – 2024 altersbedingt nicht erneut antreten.

Seine Nachfolge zeitgerecht zu regeln, die Vorstandsebene im Sinne neuen Schwungs zu evaluieren und einen breit unterstützten Vorschlag zu erarbeiten, wird nötig sein. Burgenlands Fußballverband braucht auch den Paradigmenwechsel zu einem modernen, offenen Fachverband in Bewegung. So sehr es im BFV nun darum gehen mag, in rauhen Zeiten die Rückkehr zum Alltag zu schaffen. Das Vordenken und das Basteln an der Zukunft muss parallel schon jetzt tatkräftig beginnen.