Wenn der Idealismus an die Grenzen stößt. Über den Graben in Burgenlands Hallenfußball zwischen dem attraktiven Masters und der zähen Quali.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 27. November 2019 (06:04)

Und täglich grüßt das Murmeltier. Zum mittlerweile 36. Mal steht im Winter das BFV-Hallenmasters am Plan. Wenn am 11. Jänner 2020 neben Titelverteidiger Parndorf jene sieben Teams an den Start gehen, die bei den Qualifikationsturnieren die meisten Punkte eingeheimst haben, wird das Parkett in der Sporthalle Oberwart wieder für rund acht attraktive Stunden der Nabel der burgenländischen Fußballwelt sein. Zu sehen sind nach dem Gesetz der Serie vor allem jene Teams, die Hallenfußball aktiv betreiben und in ihrer DNA verinnerlicht haben. Die Mattersburg Amateure und Oberwart waren beim Blick auf die letzten zehn Finalturniere ausnahmslos dabei. Parndorf und Neuberg sind mit acht Einsätzen ebenfalls konstante Dauergäste.

Fakt ist aber auch: Mit jedem Jahr steigt die Gefahr, dass sich die Handvoll an Qualifikationsturnieren, die derzeit noch in den Hallen von Steinbrunn und Mattersburg über Oberpullendorf bis nach Oberwart und Güssing organisiert werden, weiter verkleinert. Bis auf wenige Ausnahmen verkommt die Organisation für die Funktionäre heutzutage zur puren Idealismus-Aktion. Einerseits ist es schwer, Mannschaften aus der Region zu mobilisieren (weil viele Trainer und/ oder Spieler nicht mehr wollen), andererseits halten sich die Zuschauerzahlen zu oft in Grenzen. Teams, die viele Fans mitbringen oder ein Event, das die Besucher aus der Region automatisch anzieht – beide Faktoren sind längst keine g’mahte Wiesn mehr. Weshalb ein Turnier nicht mehr automatisch zum Aufpäppeln des Vereinsbudgets durchgeht.

Zwischen dem nach wie vor attraktiven Finalevent und der mittlerweile immer zäheren Qualifikation hat sich also längst ein Graben aufgetan. Ihn zu überbrücken wird nur gehen, indem Anreize für die Veranstalter geschaffen werden. Ob sich der Verband aber beispielsweise finanziell lukrative Zuckerl für Turnier-Organisatoren leisten kann/will? Da scheinen zwei Szenarien realistischer: Dass organisierter Hallenfußball im Burgenland früher oder später auf ein Event reduziert wird – oder überhaupt stirbt.