Wenn ein Viertligist vorlaut sein darf. Bernhard Fenz über den gesteigerten Anspruch des SV Wimpassing für die Viertelfinal-Auslosung des ÖFB-Cups.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 01. November 2017 (02:13)

Erstmals vertreten zwei Fußballklubs das Burgenland, wenn am Sonntag die Viertelfinalpaarungen des Uniqa ÖFB Cups ausgelost werden. Naheliegend ist Bundesligist SV Mattersburg einer davon. Der zweifache Cupfinalist war in der jüngeren Vergangenheit zwar auch schon für unerwartete Cup-Pleiten gut, nützte die Auslosung bislang aber optimal aus und setzte sich als Favorit gegen Gegner aus der Regionalliga West (Saalfelden) und Ost (Parndorf) sowie der oberösterreichischen Landesliga (Oedt) durch.

Beim SV Wimpassing verhält es sich anders. Der BVZ Burgenlandligist kam als unterlegener Finalist im burgenländischen Pokalbewerb nur deshalb zum Ticket für den ÖFB-Cup, weil sich kein Burgenlandliga-Aufsteiger in die Ostliga fand und somit der Cup-Platz frei wurde. Beeindruckend war bislang, wie die Mannschaft von Spielertrainer Eldar Topic dieses Geschenk angenommen und als Außenseiter überzeugt hat. Erst triumphierte sie bei Ostligist Stadlau und setzte diesen Lauf daheim gegen den Erste Liga-Klub Blau Weiß Linz sowie zuletzt gegen Bundesligist WAC fort. Ein Landesliga-Team im Kreis der letzten Acht, das gelang zuletzt Kottingbrunn (damals 2. Landesliga/NÖ) in der Saison 1993/94. Schon alleine dieser Umstand zeigt, was der Klub, der sich in den letzten Jahren aus der 2. Klasse bis in die BVZ Burgenlandliga hochgearbeitet hat, hier eigentlich erreicht hat.

Und nun? Das aktuelle Starterfeld im Viertelfinale bietet für einen Verein wie Wimpassing nicht nur Traumhaftes. Schon klar: Salzburg, Rapid, das Burgenland-Duell gegen Mattersburg, Sturm Graz – all diese Duelle wären Ende Februar 2018 die perfekte Belohnung. Die restlichen möglichen Gegner wie Erste Liga-Spitzenklub Ried, Aufsteiger Hartberg oder gar Regionalliga Mitte-Verein Austria Klagenfurt wären vergleichsweise bittere Pakete – weil sportlich trotzdem schwer, aber finanziell und vom Prestige her überschaubar attraktiv. Andererseits würde dann der Anspruch auf den Halbfinal-Einzug steigen. So vorlaut darf man in dieser Phase des Cups sein.