Wenn Europa keine reine Utopie ist. Über das Heimrecht im Europa-League-Play-Off und Spekulationen auf Basis der jetzt aktuellen Tabelle.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 10. April 2019 (05:48)

Die neue Zwölferliga und ihre Teilung nach dem Grunddurchgang haben wir nun intus. Neu ist noch das Europa-League-Play-Off nach dem letzten Spieltag um das verbleibende fünfte Ticket. Erst empfängt der Erste der Qualifikationsgruppe in einem K.o.-Spiel den Fünften der Meistergruppe. Der Sieger matcht sich dann in Phase zwei mit dem Vierten in einem Hin- und Rückspiel um den letzten europäischen Startplatz.

Parallel dazu ist eines der fünf Tickets dem ÖFB-Cupsieger vorbehalten, aber eben nur von diesem einlösbar. Setzt sich (Fast-)Meister Salzburg im Endspiel am 1. Mai gegen Rapid durch, bliebe das Pokal-Ticket unberührt – weil die Bullen ihren Meisterplatz haben – und würde über die Tabelle vergeben. Wo sich alles nach hinten verschieben würde. Der Fünfte müsste erst in der zweiten Play-Off-Phase ran. Dafür wäre es innerhalb der Qualifikationsgruppe spannend, weil ja der Sechste der Meistergruppe laut Reglement nicht ins Europa-League-Play-Off darf. Also würden der Erste und der Zweite der Qualigruppe (aktuell Rapid und Mattersburg) ein K.o.-Duell bestreiten. Nur wer hat Heimrecht?

Laut Bundesliga nicht automatisch, wie gerne angenommen, der Schwächere, vielmehr bleibt in diesem Fall der Heimvorteil dem Sieger der Qualifikationsgruppe vorbehalten. Gut so. Man stelle sich vor, das Heimrecht würde sich bei einem K.o.-Spiel aus derselben Gruppe automatisch nach hinten verschieben und läge dann beim Zweiten statt beim Ersten. Mit einem Schlag wäre Platz eins mehr Fluch als Segen – eine sportliche Themenverfehlung. Aus Mattersburger Sicht macht es im Hinblick auf ein Play-Off ohnehin Sinn, Rapid im Cupfinale die Daumen zu drücken. Triumphieren die Wiener, hätten die Burgenländer als Vertreter der Qualifikationsgruppe (auch als Zweiter) Heimrecht. Konkret hieße das beim Status quo: K.o.-Spiel daheim gegen den Fünften St. Pölten und dann Hin- und Retour gegen den Vierten WAC. Freilich nur eine Momentaufnahme, und doch ein klares Signal: Der europäische Weg ist auch für den SVM keine Utopie.