Zuversicht auch ohne Wahnsinn. Bernhard Fenz über das positive Signal des SVM vor der Teilung der Bundesliga.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 13. März 2019 (05:40)

„Jetzt muss der große Fußballherrgott herunterschauen, wenn wir da noch mitspielen wollen.“ Mattersburg-Chefcoach Klaus Schmidt schwor sich unmittelbar nach dem 2:1-Sieg gegen Rapid mit einem Schmunzler auf das Überirdische im Fußball ein. Die Rechnung für die letzte Runde vor der Teilung der Liga: Mattersburg muss in St. Pölten gewinnen, Sturm muss daheim gegen die bereits in der Meistergruppe stehende Austria verlieren und Rapid darf daheim gegen Hartberg nicht gewinnen.

Unmöglich? Blättern wir kurz ins Bundesliga-Geschichtsbuch. 26. Mai 2013, letzter Spieltag der Zehnerliga. Mattersburg, Siebenter, benötigte daheim gegen Schlusslicht Admira einen Punkt, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Südstädter siegten 1:0, zogen vorbei, der Achte Wiener Neustadt gewann bei Sturm Graz 3:0, zog vorbei, der Neunte Innsbruck siegte beim WAC 3:2 zog vorbei … und die Burgenländer stiegen ab. Der Wahnsinn führte Regie.

Sonntag, 17. März. Diesmal geht der SVM als Außenseiter ins Rennen. Diesmal haben sich die Burgenländer mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen noch in Position gebracht. Ob es tatsächlich für die Top-Sechs reicht, bleibt trotzdem fraglich. Weil die neue Konstellation nach 22 Runden einen beinharten Schnitt macht – auch für Teams auf der Überholspur, deren Formkurven-Timing eben nicht punktgenau in das neue Korsett passt. Daher bräuchte es für die aufstrebenden Mattersburger im umgekehrten Sinn einen ähnlichen Wahnsinn wie vor sechs Jahren. Gelingt der nicht, bleibt die Tatsache, dass Grün-Weiß im Pflichtspieljahr 2019 jene Stabilität erlangt hat, die nach der Teilung der Liga Goldes wert sein kann. Das ist das eigentliche positive Signal.