Land Burgenland schnürt Wirtschaftspaket mit 600 Mio. €. Das Land Burgenland hat zur Bewältigung der Coronakrise ein Wirtschaftspaket mit insgesamt 600 Mio. Euro geschnürt.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 10. Mai 2021 (12:33)
Präsentierten das „Kraftpaket“: Das Regierungsteam mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Astrid Eisenkopf, Daniela Winkler, Heinrich Dorner und Leonhard Schneemann, SPÖ-Klubchef Robert Hergovich und SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst.
SPÖ-Klub

Dieses enthält 56 Maßnahmen für Wachstum und Beschäftigung. Insbesondere im Bereich der Gesundheit und der Pflege will man Lehren aus der Coronakrise ziehen und als "starke öffentliche Hand" offensiv auftreten und investieren, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Montag bei einer Pressekonferenz.

Durch das Umsetzen und Vorziehen bereits budgetierter Maßnahmen sowie Investitionen der Landesgesellschaften und des Landes selbst sollen Arbeitsplätze gesichert und die Wirtschaft gestärkt werden. Rund 100 Mio. der insgesamt 600 Mio. Euro werden seitens des Landes für neue Projekte aufgewendet - gleich hoch wird voraussichtlich auch die Neuverschuldung des Landes in diesem Jahr ausfallen, meinte Doskozil.

Im Bereich der Krankenhäuser enthält das Paket laut dem Landeshauptmann Investitionen in alle Standorte, neben den laufenden bzw. geplanten Neubauten in Oberwart und Gols. Im neuen Spital in Oberwart soll ein Ausbildungscampus entstehen, für "sämtliche Berufsbilder von der Pflegeassistenz bis zur Ärzteausbildung", betonte Doskozil.

Außerdem ist ein "Burgenland Bonus" zur Pflegeassistenz-Ausbildung geplant. Burgenländer, die eine derartige Ausbildung beginnen, sollen zusätzlich zum Arbeitslosenbezug auch einen monatlichen Bonus von 400 Euro bekommen. Zudem werde man die Personalstruktur in den Spitälern überdenken, zumal auf den Intensivstationen nicht der Mangel an Betten, sondern vielmehr an Personal problematisch gewesen sei, so Doskozil.

Die Pflege soll neu organisiert werden, um nicht von 24-Stunden-Kräften abhängig zu sein. "Wir wollen als Land selbst wieder in die Pflege einsteigen und Heime betreiben", sagte Doskozil. Die Coronakrise habe gezeigt, dass es gerade bei Gesundheit und Pflege einen "starken Staat" brauche.

Im Tourismus plant das Land, in Gemeinden, wo es gewünscht und notwendig ist, als Eigenkapitalpartner aufzutreten - als Beispiele nannte Doskozil Illmitz und Neusiedl am See. Geplant seien auch Qualifizierungsmaßnahmen und eine Attraktivierung der Arbeitsplätze im touristischen Bereich. Für Einpersonenunternehmen und Klein- und Mittelbetriebe soll es eine Förderung für Digitalisierung geben, betonte SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich.

In Hinblick auf die Videokonferenz der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten zu den Öffnungen ab 19. Mai sprach sich Doskozil für "sensible Schritte" auf dem Weg hin zur Normalität aus. Die Entwicklung der Coronazahlen habe gezeigt, dass die Öffnungsschritte im Burgenland "richtig und wichtig" gewesen seien. Aus seiner Sicht sei dabei das wichtigste Element, "dass man Regelungen schafft, die von Hausverstand getragen sind, wo die Bevölkerung sagt: Das passt, da geh ich mit", betonte Doskozil.