Covid-Impfung startet im Burgenland. Land startet Impfkampagne in Pflegeheimen und Spitälern; dort herrscht hohe Impfbereitschaft – mitunter zu hoch.

Von Carina Fenz und Markus Wagentristl. Erstellt am 14. Januar 2021 (05:34)
Start der Impf-Kampagne. Impfreferent Albrecht Prieler, Landesrat Leonhard Schneemann und ÄK-Präsident Michael Lang.
Hafner

Am vergangenen Dienstag präsentierten Gesundheitslandesrat Leonhard Schneemann, Ärztekammer (ÄK)-Präsident Michael Lang und ÄK-Impfreferent Al-brecht Prieler die Corona-Impfstrategie der Landesregierung. Derzeit habe das Burgenland 9.000 Impfdosen zugeteilt bekommen, da man immer zwei Impfungen brauche, können also 4.500 Menschen geimpft werden.

Das werden ab Mitte Jänner Pflegeheim-Bewohner und medizinisches Personal sein, danach kommen alle Burgenländer über 80 Jahre dran. Im April folgen Mitarbeiter in kritischen Infrastrukturen (Schule, Polizei) und ab Juni die restliche Bevölkerung. Zentrale Bedeutung kommt dabei den Bezirks-Teststraßen zu, diese sollen nicht nur rund 30 Tests pro Stunde schaffen, sondern auch zu Impfzentren umgerüstet werden. Seitens der ÖVP forderte Parteichef Christian Sagartz indes einen „Impf-Gipfel“, um alle Akteure an einen Tisch zu bringen.

Das Burgenland bekommt auf Basis des Verteilungsschlüssels wöchentlich rund 2.000 Impfdosen, im Jänner sind es 9.000, womit rund 4.500 Personen geimpft werden können.
KRAGES

Ärzte-Präsident Lang betonte die Sicherheit der in der EU zugelassenen Impfstoffe, die auch gegen die neue Covid-Mutation wirkt, mit der sich schon drei Burgenländer infiziert haben sollen. Prieler hat dazu eine Prioritätenliste ausgearbeitet, der zufolge in den Spitälern, erst das Personal in der Covid-Station geimpft werden soll. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt sowie dem KRAGES-Spital in Oberwart wurden am vergangenen Freitag jeweils die ersten rund 60 Mitarbeiter geimpft. Eine „Impfpflicht“ werde es in beiden Krankenanstalten nicht geben, das Interesse an der Impfung innerhalb der Belegschaft sei groß.

Während die KRAGES bei den ersten Impfungen Personen aus allen Berufsgruppen – von der Technik, dem Pflegepersonal, Ärzten und der kollegialen Führung – abdeckte und sich in weiterer Folge an eine „interne Prioritätsabstufung“ hält, zählt man bei den Barmherzigen Brüdern auf die „Empfehlung des Gesundheitsministeriums“ und will „auch ältere Mitarbeiter der HNO-Abteilung und der Geburtenabteilung, die sehr nahen Patientenkontakt haben, in dieser ersten Phase impfen“.

Intern sorgte das bereits für Kritik, weil man Mitarbeiter von Covid-Station nicht vorziehe. „Ziel ist es, dass bis Ende nächster Woche der Großteil der in den Covid-Bereichen tätigen Mitarbeiter, die sich freiwillig melden, durchgeimpft sind“, heißt es dazu von den Barmherzigen Brüdern.