Bildungsdirektion für Start bereits gut gerüstet. Mit dem neuen Schuljahr, das am kommenden Montag startet, stehen im Burgenland eine Vielzahl von Änderungen auf dem Programm.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 30. August 2018 (12:10)
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Symbolbild

Eine der größten Veränderungen findet mit 1. Jänner 2019 statt, wenn aus dem Landesschulrat die Bildungsdirektion wird. Hier sei man im Burgenland bereits gut gerüstet, es werde keine großen Veränderungen geben, sagte Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz am Donnerstag.

Das neue Schuljahr werde "bildungsorganisatorisch, bildungspolitisch, bildungsinhaltlich ein sehr spannendes Jahr", so Zitz bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Die Führungscrew der Bildungsdirektion sei bereits geändert, die Positionen besetzt. Dass es im Burgenland keine großen Veränderungen geben werde, sei darauf zurückzuführen, dass bereits 2006 die Agenden der Landeslehrer vom Land an den Landesschulrat Burgenland übertragen wurden, erläuterte er. "Und das ist in anderen Bundesländern nicht passiert. Die haben da große Herausforderungen. Wir sind sehr gut vorbereitet und ich traue mich zu sagen, dass wir von allen Bundesländern hier schon am weitesten sind in der Umsetzung der Bildungsdirektion", meinte Zitz.

Kaum Änderungen seien hingegen bei den Schülerzahlen feststellbar. In den Volksschulen werden heuer aus aktueller Sicht 10.598 Schüler unterrichtet, im Schuljahr davor waren es 10.607. Auch das Verhältnis zwischen Neuer Mittelschule und Unterstufe der AHS sei stabil.

Die Zahl der Sonderschüler in Sonderschulen stieg um drei auf 246 Schüler. Das Burgenland habe hier "bei Weitem" die geringste Anzahl an Sonderschülern in Sonderschulen. "Wir integrieren jedes Kind, wo es nur irgendwie möglich ist, und wollen diesen Weg auch weitergehen", so der Bildungsdirektor. Dennoch stehe man zum System der Sonderschulen. "Wenn Kinder geistig und körperlich behindert sind, dann wollen wir die beste Versorgung für das Kind und natürlich auch die beste Unterstützung der Eltern, damit sie mit den Kindern gemeinsam Bildung in dem Ausmaß, wie es möglich ist, genießen können."

Eine recht frische Änderung gibt es im Bereich der Weiterbildung. Mit Schulbeginn öffnet an der HAK Oberwart ein Business-Kolleg, das vier Semester dauern soll. Seit Mittwoch sei fix, dass man eröffnen kann. Hier gebe es für all jene, die andere Schultypen abgeschlossen haben, die Möglichkeit, sich zusätzlich im wirtschaftlichen Bereich weiterzuqualifizieren.

Neu ist auch ein Pilotprojekt im Minderheitenschulwesen. In allen zweisprachigen Volksschulen im Mittel- und Südburgenland wird abwechselnd je eine Woche der gesamte Unterricht in einer Sprache - entweder in Deutsch oder in der Minderheitensprache Kroatisch - gehalten. "Das ist ein relativ großes Projekt, das wir umsetzen", sagte Zitz. Der "immersive Unterricht" wird auch wissenschaftlich begleitet.

Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) erklärte bei der Pressekonferenz, dass er sich Flexibilisierung bei den Deutschförderklassen wünsche. Konkret sollte der Direktor oder der Klassenlehrer schulautonom feststellen können, dass etwa nicht unbedingt alle die vollen 20 Stunden in den Deutschklassen verbringen müssen. "Da kann man sicherlich auch variieren und sagen: Ja, das eine Kind braucht vielleicht am Beginn die 20 Stunden, aber ein anderes Kind braucht nur zehn Stunden, weil es vielleicht rascher lernt oder überhaupt schon mehr Unterstützung von zu Hause oder eine bessere Basis hat", erklärte Niessl. Die Reststunden könne man dann wieder im Klassenverband integrieren. "Das wäre ein weiterer Ausbau der Individualisierung, den ich mir wünschen würde."