Burgenland startet neues Pflegemodell

Erstellt am 24. Januar 2022 | 11:50
Lesezeit: 3 Min
Pflege wichtiger Bestandteil der Gesellschaft
Foto: APA (Symbolbild/Keystone)
Das Burgenland startet ein neues Pflegemodell. 28 Regionen sollen je einen Stützpunkt und insgesamt 70 Subregionen bekommen, die sich um die Themen Mobile Hauskrankenpflege, Tagesheimstätten und betreutes Wohnen kümmern.
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Mit den bisherigen Anbietern dieser Dienstleistungen werden nun Gespräche geführt, kündigte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Montag an: "Das Modell ist einzigartig für ganz Österreich. Aus meiner Sicht regelt es das Thema Pflege abschließend."

Im Burgenland gibt es über 40 Heime für die stationäre Pflege. In den vergangenen Monaten wurde nun mit EPIG, dem Entwicklungs- und Planungsinstitut für Gesundheit, ein regionales Pflegestützpunktsystem erarbeitet. Geplant sind 28 Regionen mit je einem Stützpunkt und 70 Subregionen, die sich aus den umliegenden Gemeinden ergeben und eine Zielgröße von 4.000 Einwohnern haben.

"Das Modell ist einzigartig für ganz Österreich. Aus meiner Sicht regelt es das Thema Pflege abschließend." Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

Nur noch ein Träger soll die gesamte nicht-stationäre Versorgung pro Region übernehmen. Gestartet wird im Sommer 2022 mit zwei Pilotregionen, eine davon werde sich im Bezirk Neusiedl am See befinden, so Doskozil. Bis Ende 2024 soll das Modell auf das gesamte Burgenland ausgerollt werden, mit dem Ziel, eine flächendeckende, gemeindenahe Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

"Es geht darum, mit den vorhandenen Mitteln den größtmöglichen Effekt für die Betroffenen zu erzielen", meinte der Landeshauptmann. Die Träger seien zwar teilweise schon vorinformiert über die Neuerungen, Gespräche mit ihnen starte Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) aber erst jetzt. Doskozil verwies hier auf die Evaluierungsphase, die Träger würden nun intensiv eingebunden.

Die Tätigkeit bleibe in Händen der jetzigen Anbieter: "Wir wollen sie aber vom Faktor Immobilie befreien", so der Landeshauptmann. Bestehende Gebäude sollen verwendet oder neue geschaffen werden, dies werde von der Landesimmobilien Burgenland GmbH organisiert. Das neue Modell soll Anfahrtswege verringern, die Regionen werden laut Schneemann auch sogenannte Case and Care Manager für Beratungen haben. Auch sind "Dorfplätze" für den Austausch geplant. Die Ausschreibung der einzelnen Regionen erfolgt ab Anfang 2023, bewerben können sich alle Träger.

"Mit diesem Modell sind wir gut für die Zukunft aufgestellt."

Neu ist auch die Finanzierung. Das Land wird anstatt bisher mit Entgelten pro Behandlungseinheit, künftig mit Entschädigungen für Vollzeitäquivalente arbeiten. Für die 70 Subregionen wird mit jeweils neun Mitarbeitern gerechnet. Die Angestellten bekommen zumindest den Mindestlohn von 1.700 Euro netto. Die Betriebs- und Sachkosten werden ebenso vom Land gefördert. Doskozil sprach von Kostenneutralität, auch Schneemann meinte: "Mit diesem Modell sind wir gut für die Zukunft aufgestellt."

Der Landeshauptmann geht davon aus, dass auf etwa 20 bis 30 vorhandene Standorte zurückgegriffen werden kann und 40 bis 50 neue errichtet werden müssen. Mit dem neuen Angebot soll auch die 24-Stunden-Pflege ein Stück zurückgedrängt werden, zumal in vielen Fällen gar keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung nötig sei.