„Chaos“ bei Förderungen? Streit um Tourismus-Geld. ÖVP kritisiert „Stagnation“ bei Nächtigungen und „Chaos“ bei Förderungen. Aus Sicht des Tourismus geht die Kritik ins Leere.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 17. Juli 2019 (06:41)
APA/Georg Hochmuth (Symbolbild/Hintergrund) bzw. Millendorfer
ÖVP-Kritik und Konter. Tourismus-Sprecher Rudolf Strommer und Landesobmann Thomas Steiner (linkes Bild, v.l.) bzw. Landesrat Alexander Petschnig, Direktor Hannes Anton und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Haas (rechtes Bild, v.l.). Fotos: Millendorfer (2) bzw. APA/Georg Hochmuth (Symbolbild/Hintergrund)

Zum Beginn der Sommersaison nimmt die ÖVP erneut den Tourismus ins Visier: Landesparteichef Thomas Steiner und Bereichssprecher Rudolf Strommer kritisieren zum einen die Ausrichtung der Tourismus-Strategie und zum anderen die Förderungen für regionale Verbände.

„Es geht nicht nur um die Nächtigungszahlen, sondern um die Wertschöpfung.“Burgenland-Tourismus-Chef Hannes Anton

Konkret bemängelt die ÖVP, dass die ausbezahlten Summen starken Schwankungen unterliegen und „keine Planungssicherheit“ ermöglichen würden. In Eisenstadt etwa spricht Thomas Steiner als Bürgermeister von Jahresbeträgen zwischen 52.000 und 127.000 Euro.

Seit einer Gesetzesnovelle ist das Land – und nicht mehr der Burgenland Tourismus – für die Einhebung der Beiträge aus allen Branchen zuständig; diese gehen wiederum zurück an die Verbände. „Dazu werden aber keine Details bekannt gegeben. Außerdem ist nicht bekannt, ob es ein Mahnwesen gibt“, sprechen Steiner und Strommer von „Chaos“.

Auf BVZ-Anfrage im Büro von Landesrat Alexander Petschnig (FPÖ) verweist dessen Sprecher Michael Haas auf ein funktionierendes System: „Seitdem das Land die Beiträge einhebt, wird quartalsmäßig ausbezahlt. Die Höhe schwankt, weil sich die Zahlungen nach der Höhe des Umsatzes richten.“

Zuständig für die Einhebung ist die Finanzabteilung unter Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Die fristgerechte Einzahlung werde auch kontrolliert und gegebenenfalls eingemahnt, heißt es. Die ÖVP kündigte Landtags-Anfragen an und sieht hier eine „Lücke“, da Unternehmer per Gesetz nur zur eigenständigen Meldung verpflichtet sind.

Die ÖVP-Kritik an der Tourismus-Strategie kontert Burgenland-Tourismus-Chef Hannes Anton: „Es geht nicht nur um die Nächtigungszahlen, sondern um die Wertschöpfung. Und hier sind wir auch im höheren Qualitätsbereich erfolgreich.“ In Sachen Investitionen seien, so der Tenor, letztendlich die Tourismus-Unternehmen gefragt.