Star als Vogel des Jahres? „Verhöhnung für alle Winzer“. Wein-Jahrgang glänzt in Top-Qualität und Quantität. Winzer ärgern sich aber, dass der Star Vogel des Jahres 2018 wird.

Von Alexandra Gollubics-Prath und Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 01. November 2017 (03:48)
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Ernte mit Beigeschmack. Wein-Burgenland-Geschäftsführer Christian Zechmeister, Obmann Matthias Siess und Präsident Andreas Liegenfeld (v.l.) fordern Entschädigung für Star-Schäden.
BVZ

Gute Nachrichten für Weinliebhaber: Bereits jetzt lässt der heurige Jahrgang besonders hohe Qualität bei stabilen Preisen erwarten – und die zuletzt fast leeren Keller der Winzer sind wieder bestens gefüllt.

Großer Jahrgang. Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger, Weinkönigin Anna Reichardt, Landesrätin Verena Dunst und Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld (v.l.) stoßen an
Land Burgenland

Im Vergleich zum Vorjahr freut man sich im Burgenland über ein Ernte-Plus von beinahe 130 Prozent. Zudem kann der heimische Wein angesichts wetterbedingter Ausfälle in den großen Anbauregionen Europas auch im Export noch stärker punkten.

„Als würde ein Pleitier der Manager des Jahres“

Bei aller Freude gibt es auch einen Wermutstropfen: Laut Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld fallen drei bis fünf Millionen Kilogramm Trauben pro Jahr dem Star zum Opfer.

Star
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Dass dieser nun von Birdlife als Vogel des Jahres 2018 präsentiert wurde, ärgert Liegenfeld besonders: „Das ist eine Verhöhnung für alle Winzer und aus meiner Sicht so, als würde man einen Pleitier zum Manager des Jahres ernennen.“

Die BVZ fragte bei Harald Grabenhofer in der Birdlife-Landesgeschäftsstelle in Illmitz nach.

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Aus burgenländischer Sicht sei die Entscheidung für den Star als Vogel des Jahres „vielleicht nicht ganz so nachvollziehbar“, meint Grabenhofer: „Aber man muss einfach über den Tellerrand schauen. Europaweit gesehen gibt es starke Rückgänge in der Population, das dürfte für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen sein.“ Auch seitens der Naturschutzabteilung des Landes verweist man darauf, dass die Auswahl von einer internationalen Organisation getroffen worden sei.

Dennoch fordern die Vertreter der burgenländischen Weinwirtschaft nun zusätzliche Entschädigungen für Schäden, die von Star-Schwärmen verursacht werden. Im Büro von Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) verweist man auf bestehende Pilotprojekte wie die Stare-Bekämpfung mit Drohnen.