DAÖ: Großteil der Oberpullendorfer Bezirks-FP wechselt. Die Allianz für Österreich (DAÖ) hat nun auch die ersten Mitstreiter außerhalb Wiens - konkret im Burgenland.

Von APA, Redaktion. Update am 05. April 2020 (12:24)
Überläufer Adelmann und Klubobmann Baron
APA

Der Obmann der FPÖ-Bezirksgruppe Oberpullendorf, Herbert Adelmann, hat am Sonntag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit DAÖ-Obmann Karl Baron, seinen Wechsel verkündet. Er nimmt auch einen Großteil seines Teams mit.

Insgesamt treten 14 von 20 FPÖ-Bezirksgruppen-Mitgliedern der Allianz bei, wie Adelmann berichtete. Die Allianz für Österreich war Ende 2019 von drei abtrünnigen Wiener FPÖ-Gemeinderäten gegründet worden. Inzwischen hat auch Ex-FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache angekündigt, dass er bei der im Herbst anstehenden Wien-Wahl für die Liste ins Rennen geht.

Adelmann kritisierte Umgang der FPÖ mit Strache

Wie schon andere Überläufer zuvor beklagte auch Herbert Adelmann den Umgang mit dem früheren FPÖ-Obmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Die Spitzenvertreter der FPÖ seien über den einstigen Parteichef regelrecht hergefallen, kritisierte er. Für die FPÖ werde es ein "böses Erwachen" geben, so seine Prophezeiung.

Der frischgebackene DAÖ-Politiker ist 41 Jahre alt und 2008 der FPÖ beigetreten, wie er berichtete. Er war bis zum Ende von Rot-Blau im Burgenland als politischer Referent im Büro des freiheitlichen Landeshauptmann-Stellvertreters Johann Tschürtz tätig.

Bis zum heutigen Tag war Adelmann Bezirksobmann der FPÖ Oberpullendorf - und zwar sehr erfolgreich, wie er beteuerte. Dies würde sich auch in den Wahlergebnissen widerspiegeln. Mittels Umlaufbeschluss hätten sich aber die meisten Mitglieder des Teams nun entschieden, zur Allianz zu wechseln: "Allianz für das Burgenland, kann man auch sagen."

"Meine Gruppe und ich waren mit der gesamten Entwicklung der freiheitlichen Partei zutiefst unzufrieden und enttäuscht." Seit diese von Norbert Hofer und Herbert Kickl geführt werde, vermisse er die Werte, die die Bewegung ausgemacht hätten. Adelmann mokierte sich auch über die "nicht zu überbietende Anbiederung" an die ÖVP während des Nationalratswahlkampfs im Vorjahr.

Der Umgang mit Heinz-Christian Strache - der nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos seinen Hut nehmen musste - ärgert den nunmehrigen Ex-Blauen laut eigenen Angaben besonders. Strache sei von Hofer "kaltblütig abgeschossen" worden. "Es ist schäbig, wie man mit dem HC umgegangen ist", beklagte Adelmann.

Er ortete einen "Verrat an freiheitlichen Tugenden" wie Kameradschaft und Loyalität. Auch Straches Frau Philippa habe man letztere verwehrt, erinnerte der DAÖ-Neuzugang an die Debatten um deren Nationalratsmandat.

Auch wenn heute bereits die "Allianz für das Burgenland" ins Spiel gebracht wurde, dürfte der endgültige Name der Partei noch nicht fix sein. Zumindest bei der Wien-Wahl steht auch ein Antreten als Liste Strache - oder "Liste HC" - im Raum. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, sagte Parteiobmann Karl Baron.