Premiere für Gebärdendolmetsch im Burgenland-Landtag. Bei der Sitzung des burgenländischen Landtags ist am Donnerstag erstmals eine Gebärdendolmetscherin zum Einsatz gekommen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 19. September 2019 (11:29)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Landtagspräsidentin Verena Dunst (M.) mit Marietta Gravogl (l.) und Sabine Peck-Unger (r.).
Alexandra Gollubics-Prath

Marietta Gravogl und ihr Team dolmetschen die Landtagssitzungen ab sofort von 10.00 bis 13.00 Uhr in Österreichischer Gebärdensprache. Damit soll gehörlosen Menschen die "aktive Teilnahme" ermöglicht werden, betonte Landtagspräsidentin Verena Dunst (SPÖ) am Donnerstag.

"Ich freue mich, dass wir den Menschen eine Hürde nehmen und sie sich ab nun am demokratischen Prozess beteiligen können", sagte Dunst. Gehörlose und gehörbeeinträchtigte Menschen können die Sitzungen ab sofort live im Internet mitverfolgen. Gravogl und ihr Team werden vor Ort in einem eigenen Bereich auf der Besuchergalerie dolmetschen.

Vorerst wird von 10.00 bis 13.00 Uhr gedolmetscht, weil sich gezeigt habe, dass hauptsächlich in dieser Zeit Interessierte die Sitzungen im Internet verfolgen würden, sagte Dunst. Sollte eine Evaluierung zu einem späteren Zeitpunkt Bedarf aufzeigen, wäre aber auch eine Verlängerung der Zeitspanne möglich.

Der Landtag binde mit dem Projekt endlich die zahlreichen gehörlosen und gehörbeeinträchtigen Menschen ein, die bisher ausgeschlossen wurden, betonte Dunst. Im Burgenland sind rund 300 Menschen gehörlos. Ihnen soll damit der Weg zu Information und Bildung geebnet werden.