Siegendorf

Erstellt am 09. November 2018, 09:55

von Wolfgang Millendorfer

Siegendorfer Gemeinderätin tritt aus der FPÖ aus. Die Siegendorferin Anita Novotny will als „wilde Gemeinderätin“ weitermachen und kritisiert das FPÖ-Landesteam scharf. Dort will man jetzt die Zusammenarbeit mit den Ortsgruppen intensivieren.

Anita Novotny  |  Privat

Nachdem die Aufregung um Parteiaustritte im Bezirk Neusiedl am See zuletzt verklungen ist, verlässt nun eine weitere Gemeinderätin die FPÖ: Anita Novotny, einzige blaue Mandatarin in Siegendorf fühlt sich von der Parteispitze „nicht gut betreut“ und will daher als freie Gemeinderätin weitermachen: „Eine Parteiführung, die der Basis und vor allem den Funktionärinnen kaum Gehör schenkt und deren Anregungen nur auf die lange Bank schiebt, zeigt, dass solche Personengruppen nicht ernst genommen werden“, so Novotny im BVZ-Gespräch.

„Manche Funktionäre sind der Meinung, dass man die Parteiarbeit nicht mehr intensiv betreiben muss, weil man ja ohnehin schon landes- und bundesweit mitregiert.“ Novotny geht noch weiter und kritisiert auch das öffentliche Auftreten: „Anstand und nüchternes Auftreten haben bei so manchen Ereignissen gefehlt.“

Tschürtz: „Immer ein offenes Ohr“

Die BVZ fragte zur scharfen Kritik im Büro von Landesvize und Parteichef Hans Tschürtz nach. Dort hieß es, dass man künftig noch mehr auf die Bezirks- und Ortsgruppen zugehen werde: „Wenn man in Regierungsbeteiligung steht, hat man viele Aufgaben und kann es nicht jedem recht machen. Das passiert auch im Bund und bei allen anderen Parteien. Es gibt aber bei der FPÖ im Burgenland viel mehr Eintritte als Austritte“, betont man im Büro des FPÖ-Parteiobmannes.

Zum Vorwurf der „Abgehobenheit“ sagt Tschürtz: „Jeder, der mich kennt, der weiß, dass ich immer ein offenes Ohr habe und für Aussprachen zur Verfügung stehe.“