ÖVP Burgenland startete Whistleblower-Plattform. Die ÖVP Burgenland hat eine Whistleblower-Plattform gestartet, über die Missstände und "Freunderlwirtschaft" aufgezeigt werden können, wie es heißt. Die SPÖ antwortete kritisch.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 15. Juni 2021 (11:27)
ÖVP Burgenland startete Whistleblower-Plattform
ÖVP-Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas und der geschäftsführende Parteiobmann Christian Sagartz (v.l.).
Millendorfer

"Gesetzesbrüche, Freunderlwirtschaft und Misswirtschaft stehen bei der SPÖ-Alleinregierung auf der Tagesordnung. Dieses System wollen wir durchbrechen", erklärte der geschäftsführende Landesparteiobmann Christian Sagartz bei der Präsentation der Whistleblower-Plattform. Meldungen von Hinweisgebern seien anonym und nicht nachverfolgbar, betonte er.

Die Plattform ist auf der Website der ÖVP (www.vpbgld.at) abrufbar. "Das verwendete System ist das meistgenutzte Hinweisgebersystem in der EU. Es garantiert 100-prozentige Anonymität. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, über einen sicheren Postkasten mit dem Hinweisgeber in Kontakt zu bleiben", so Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas. Die Plattform richte sich an Mitarbeiter im Landesdienst, in landesnahen Gesellschaften und alle Bürger. Die ÖVP erwartet sich dadurch "anonyme Hinweise über mögliche Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen einschließlich Fragen im Zusammenhang mit Bestechung und Korruption, Wettbewerbsrecht, Betrug, Finanzkriminalität, Belästigung oder Diskriminierung".

SPÖ: "Politische Selbstaufgabe"

Kritisch fiel die Antwort der SPÖ aus. Landesgeschäftsführer Roland Fürst sprach von "politischer Selbstaufgabe der Türkisen im Burgenland". Er zeige sich verwundert, "dass die ÖVP diese Initiative nicht auf Bundesebene startet", sprach Fürst die Diskussionen um Chat-Nachrichten und Ermittlungen im Bund an. "Nun gibt es von der türkisen Zentrale in Wien offenbar den Auftrag, von den massiven türkisen Malversationen abzulenken", so Fürst.