Neue Mittelschulen & „Poly“: Aus für tägliches Turnen. Ministerium plant im Herbst teilweise Einstellung des Bewegungs-Projektes. Volksschulen nicht betroffen.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 18. April 2018 (06:28)
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Das als „Erfolgsprojekt“ präsentierte und erst im Herbst auf ganz Österreich ausgeweitete Modell der täglichen Bewegungseinheit wird nun gestutzt. Ab kommendem Schuljahr wird es die „tägliche Turnstunde“ an den Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen nicht mehr geben, wie Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz der BVZ bestätigte. Bei den Volksschulen soll sich aber nichts ändern.

Die Sportdachverbände, die mit Bewegungscoaches das Modell unterstützen, sowie die Landeskoordinatoren wurden vom Sportministerium schriftlich in Kenntnis gesetzt, offizielle Stellungnahme gab es noch keine.

Als Ex-Sportminister zeigt sich Landesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) wenig erfreut: „Es wäre schade, wenn die ,tägliche Turnstunde‘ zum Teil aus dem Stundenplan gestrichen wird, da das Burgenland doch ein Vorzeige-Bundesland ist.“

32 von 179 teilnehmenden Schulen (193 von 662 Klassen) sind im Land betroffen. Hauptsächlich seien „budgetäre Gründe“ genannt worden, so Patrick Bauer, Landesgeschäftsführer der Sportunion, aber auch die Tatsache, dass es an den NMS im Gegensatz zu den Volksschulen ohnehin ausgebildete Sportlehrer gebe. „Wenn man sich nun auf die Volksschulen konzentriert, kann das ja auch nicht so schlecht sein“, meint Bauer.

„Grundsätzlich hätten wir eine Fortsetzung sehr begrüßt“, sagt hingegen ASVÖ-Landessekretär Christoph Fally. Bedauern auch bei ASKÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Ponic: „Uns fallen nun rund hundert Stunden pro Woche weg. Wir müssen überlegen, wie wir die Spezialtrainer künftig einsetzen.“ Jetzt hofft man auf mehr Teilnehmer unter den Volksschulen. Noch bis 10. Mai sind Anmeldungen möglich.