„Brauchen mehr Ärzte“

Neue Modelle / Politik und Patienten wollen flexiblere Öffnungszeiten in den Ordinationen. In der Praxis nicht so einfach, sagen die Ärzte.

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Foto: NOEN
Von Wolfgang Millendorfer

Die gute Nachricht für alle gab es gleich zu Beginn, als Landesrat Peter Rezar und Co. das aktuelle Gesundheitsbarometer präsentierten: Im Burgenland sind neun von zehn Befragten mit der medizinischen Versorgung zufrieden. Da (im Zuge der Gesundheitsreform) aber gespart werden muss, gibt die ISA-Umfrage einmal mehr Anlass, über die Kluft zwischen niedergelassenen Ärzten und Spitälern zu diskutieren.

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Dauerbrenner: Meinungsforscher Peter Filzmaier, Landesrat Peter Rezar und KRAGES-Chef Hannes Frech (v.l.) präsentierten neue Umfragedaten. Kammer-Präsident Michael Lang (r.) möchte konstruktive Gespräche.
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Denn: Aufgrund „unflexibler“ Ordinationszeiten seien die Spitalsambulanzen oftmals heillos überlaufen – und das nicht nur mit Notfällen. Um Kosten zu sparen und für Entlastung zu sorgen, sollen niedergelassene Ärzte ihre Öffnungszeiten besser aufeinander abstimmen. Eines zeige auch die Umfrage, so Rezar: „Es ist nichts Unrealistisches, das sich die Patienten hier von den Ärzten wünschen.“

„Im niedergelassenen Bereich arbeitet man schon vielfach am Limit“, meint aber Ärztekammer-Präsident Michael Lang: Auch wenn gegen neue Konzepte nichts einzuwenden sei, werde es „unterm Strich nur gehen, wenn es mehr Ärzte gibt“.

Dass die Kammer von der Politik vornehmlich als „Neinsager“ gesehen wird, lässt Lang nicht gelten. Auch Rezar attestierte den aktuellen Gesprächen „mehr Sachlichkeit“. Jetzt müssen zwischen Politik und Medizin wieder Kompromisse gefunden werden.