Streit um Platz eins. SPÖ und ÖVP liegen bei Ortschefs Kopf an Kopf. Listen-Bürgermeister in Rohr wehrt sich gegen „Vereinnahmung“.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 01. November 2017 (03:59)
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Neue SPÖ-Ortschefs. Gert Polster (Bad Tatzmannsdorf), Ernst Edelmann (Wimpassing) und Elisabeth Böhm (Neusiedl am See) mit Landeshauptmann Hans Niessl, GVV-Präsident Erich Trummer und Landesgeschäftsführer Christian Dax (v.l.).  
Millendorfer

Die Stichwahlen in 19 Gemeinden haben auch das Rennen um den Titel „Bürgermeister-Partei im Burgenland“ entschieden: Hier bleibt die SPÖ mit 83 Ortschefs knapp vor der ÖVP mit 82.

Um den ersten Platz gab es heftige Debatten: So sprach die ÖVP von einem Gleichstand, da sich auch der Listen-Ortschef der südburgenländischen Gemeinde Rohr, Gernot Kremsner, zur Volkspartei bekenne. In der Landeswahlbehörde wurde aber keine entsprechende Erklärung abgegeben. Kremsner meinte: „Die Liste Rohr ist eine unabhängige Liste. Die ÖVP müsste das schön langsam wissen. Auch wenn das Ergebnis knapp ist, lassen wir mit unserer Unabhängigkeit keine Politik machen.“

Zufrieden nach der Stichwahl. VP-Landesobmann Thomas Steiner und Geschäftsführer Christoph Wolf (v.l.) sehen sich „auf Augenhöhe“ mit der SPÖ.  
Gollubics-Prath

ÖVP-Obmann Thomas Steiner sagt, er habe selbst mit Listen- Chef Kremsner gesprochen: „Offensichtlich hat er seine Meinung über Nacht geändert, ich nehme das zur Kenntnis. Es ändert aber nichts an der Gesamtsituation.“ Denn als Wahlsieger sehen sich sowohl SPÖ als auch ÖVP. Laut SPÖ-Chef Hans Niessl habe man sich im Burgenland gegen „die Kurz-ÖVP“ durchgesetzt: „Wir sind die Nummer eins bei den Gemeinderats- und den Nationalratswahlen und auch die Bürgermeister-Partei.“

Das „Sahnehäubchen“ für die SPÖ sei, dass man mit Neusiedl am See eine Bezirkshauptstadt „gedreht“ habe; ebenso wie Wimpassing oder Bad Tatzmannsdorf. Die Volkspartei konnte im Gegenzug bisherige SPÖ-Hochburgen wie Steinbrunn oder Mörbisch erobern. Eine Sensation gab es in Jennersdorf, wo der aus der ÖVP kommende Reinhard Deutsch mit der Liste JES gegen VP-Kandidat Bernhard Hirczy gewann.

Quelle: Land Burgenland; Grafik: Bischof