Corona-Situation für Pflegepersonal "belastend". Die Coronakrise stellt derzeit auch das Pflegepersonal in den burgenländischen Spitälern vor Herausforderungen. Insgesamt sei die Situation "belastend", sagte Dietmar Ochsenhofer, Betriebsratsvorsitzender im Krankenhaus Oberwart und Zentralbetriebsrat der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Ges.m.b.H.), am Freitag im Gespräch mit der APA.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 13. November 2020 (15:39)
Shutterstock/Lifestyle Travel Photo

Die Angst, sich selbst mit dem Coronavirus anzustecken, sei allerdings im Frühjahr größer gewesen.

Die Mitarbeiter auf den Corona-Stationen seien "sehr gefordert", zumal immer mehr Covid-19-Patienten, die intensive Pflege benötigen, im Spital betreut würden und das andauernde Tragen der Schutzausrüstung ebenfalls eine Belastung darstelle. Im Nachtdienst seien in Oberwart auf den Corona-Stationen mittlerweile drei statt zwei Mitarbeiter im Einsatz, um diesen besser bewältigen zu können, so der Betriebsratsvorsitzende. Auch ein Teil der Unfallabteilung sei zur Corona-Station umgewandelt worden. Um das Personal zu entlasten, würden Operationen verschoben.

Unter anderem Krankenstände und Quarantäne-Anordnungen würden zu einigen Dienstplanverschiebungen führen. "Die Leute müssen jederzeit bereit sein und aushelfen. Flexibilität ist derzeit das oberste Gebot", betonte Ochsenhofer. Viele Mitarbeiter würden sich "Tag und Nacht" einsetzen.

Auf den Intensivstationen habe man derzeit noch Kapazitäten. "Aber wenn die Zahlen weiter hinaufgehen, haben wir ein Problem", sagte der Betriebsratsvorsitzende. Psychisch sei die Situation auf den Corona-Stationen aus seiner Sicht nicht so belastend wie im Frühjahr. "Da gab es viel mehr Angst davor, dass man sich selbst ansteckt. Mit der Schutzkleidung und den FFP2-Masken gibt es fast keine Ansteckungen mehr", betonte Ochsenhofer. Infektionen seien eher auf den privaten Bereich zurückzuführen.