Eisenkopf will Verdopplung der Bürgermeisterinnen-Zahl. Die burgenländische LH-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ) will die Zahl der SPÖ-Bürgermeisterinnen von derzeit acht nach den Kommunalwahlen 2022 verdoppeln.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 28. Februar 2021 (06:00)
LH-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ)
Land Burgenland / Privat

Hierzu will sie Frauen motivieren und bestärken, erklärte Eisenkopf anlässlich des Frauentags im Interview mit der APA. Was die Bundespräsidentenwahl betrifft, spricht sie sich für einen eigenen SPÖ-Kandidaten aus. Angriffe von Hans Peter Doskozil gegen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner wollte sie nicht überbewerten.

Landesparteichef und Landeshauptmann Doskozil war in der Vergangenheit immer wieder mit Kritik an der eigenen Parteivorsitzenden Rendi-Wagner aufgefallen. Eisenkopf betonte dazu: "Da geht es nicht um persönliche Befindlichkeiten. Unser Landeshauptmann hat seine Themen festgelegt und das sind gute Themen. Die bescherten uns bei der Landtagswahl die absolute Mehrheit." Den Menschen sei wichtig, dass man auf Linie bleibt und die Ziele umsetzt: "Das trägt er genau so nach außen. Die konsequente Linie erwarten sich auch die Menschen." Manchmal gehe man andere Wege, verwies sie etwa auf die Themen Mindestlohn und Arbeitszeitverkürzung. Für die Landespartei habe der Mindestlohn Priorität: "Das hat nichts mit persönlichen Befindlichkeiten zu tun oder weil man unbedingt streiten will, sondern weil man an Überzeugungen festhält."

Im Burgenland gibt es derzeit zwölf Bürgermeisterinnen. Die SPÖ stellt acht Ortschefinnen, 19 Vizebürgermeisterinnen und 34 weibliche Ortsparteivorsitzende. 2022 finden im Land Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen statt. "Bei der SPÖ würde ich mir eine Verdoppelung der Bürgermeisterinnen wünschen. Insgesamt wäre ein Zweier vorne ein schönes Ziel", so Eisenkopf. An einer Quote will sie die Frauenförderung aber generell nicht festmachen: "Man muss früher ansetzen, Frauen motivieren und bestärken." Frauen sollen in sichtbaren Positionen sein: "Das ist ein wichtiges Zeichen, das Mut macht. Wir spiegeln die Bevölkerung wider." Mehrfachbelastungen und das Zeitmanagement seien aber ebenso ein Hinderungsgrund wie die Tatsache, dass sich Frauen den Job oft nicht zutrauen, gibt die Landeshauptmann-Stellvertreterin zu bedenken.

Was die nächste Bundespräsidentenwahl betrifft, spricht sich Eisenkopf, anders als die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), die erklärt hatte, die SPÖ könnte Amtsinhaber Alexander Van der Bellen unterstützen, für einen eigenen Kandidaten aus: "Das wäre für mich kein positives Zeichen, wenn man als eine der größten Parteien im Land sagt, man stellt keinen Kandidaten." Mögliche Namen wollte sie zum jetzigen Zeitpunkt keine nennen, dies würden die Gremien entscheiden.

Die Frauenreferentin erklärte, dass Corona auch auf die Themen in den Frauenberatungsstellen Einfluss gehabt habe. "Wir waren im ersten Lockdown auf alles vorbereitet. Es gab Pläne, was passiert bei einer Überfüllung der Frauenhäuser, es gab Ausweichquartiere. Und dann waren wir alle überrascht, dass in den ersten Wochen nichts passiert ist." Sehr wohl zu einem Anstieg kam es im Sommer, es gab 25 bis 30 Prozent mehr Beratungen bei den Einrichtungen. Die Lockdown-Situation habe es für Frauen noch schwieriger gemacht, in ein Frauenhaus zu gehen: "Sie sind teilweise auf Parkplätze oder in den Wald gefahren und haben die Beratungsstelle angerufen, weil sie zuhause keine Privatsphäre haben." Die Auslastung im burgenländischen Frauenhaus beträgt 70 bis 80 Prozent übers Jahr.

"Bei den Beratungen geht es nach wie vor um Gewalt, aber es ist österreichweit auffallend, dass die Übergriffe stärker, die Gewalt extremer wird." Bei den Jugendlichen sei ebenso Gewalt ein Problem, aber aufgrund der Lockdowns kontaktieren sie die Anlaufstellen häufig wegen psychischer Probleme. Jobverlust und die wirtschaftliche Situation sei bei Frauen auch ein zentrales Thema, um Hilfe zu suchen, so die LH-Stellvertreterin.