Grippesaison: Impf-Boom mit Engpässen. In Zeiten von Corona ist die Nachfrage nach der herkömmlichen Grippe-Impfung groß wie nie. In den Apotheken und Arztpraxen rüstet man sich für den Ansturm im Oktober.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 01. Oktober 2020 (04:42)
Oberwarts Gemeinderätin Ilse Frühwirth bestätigt die große Nachfrage nach Grippeimpfstoff.  
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Während die Suche nach einem Corona-Impfstoff weltweit auf Hochtouren läuft, ist zugleich auch im Burgenland ein regelrechter Wettlauf um die Grippe- Impfung im Gange: Die Lieferung des Impfstoffes wird generell erst für Mitte beziehungsweise Ende Oktober erwartet, in vielen Apotheken gibt es aber bereits seit Wochen lange Reservierungslisten.

„Es ist die Hölle los“, meint Dieter Schmid, Präsident der Apothekerkammer, im BVZ-Gespräch: „Die Leute fragen andauernd nach, ob denn die Impfdosen schon da sind. Wir stehen sozusagen mit dem Rücken zur Wand.“ Laut einer Umfrage des Gesundheitsministeriums würden sich heuer 27 bis 28 Prozent der heimischen Bevölkerung impfen lassen wollen, so Schmid: „Ob das aber dann auch tatsächlich der Fall sein wird, weiß keiner.“

Das Land Burgenland hat laut Auskunft gegenüber der BVZ Bedarf für 20 Prozent der Bevölkerung angemeldet. Nun gibt es Bemühungen, zusätzliche Impfdosen zu erhalten. Dabei warte man noch – wie auch in der Frage der Verteilung der Gratis-Impfungen für Kinder und Senioren – auf Entscheidungen des Gesundheitsministeriums. Im Ministerium heißt es, man habe bundesweit zusätzliche Kontingente beschaffen können – um 60 Prozent mehr, als in der vergangenen Saison – und warte nun auf die Lieferungen. Was die Verteilung an die Bundesländer betrifft, gehe man davon aus, dass es „noch zu einer Umschichtung von Impfstoffdosen und damit auch zu einer Entspannung der Situation am Privatmarkt kommt“.

Für „Kaffeesud-Leserei“ hält auch Ärztekammer-Präsident Michael Lang aus derzeitiger Sicht jede Prognose. Seine Empfehlung geht aber „ganz klar Richtung Impfung“ – übrigens auch, was eine mögliche Covid- 19-Impfung betrifft: „Corona ist keine Kinderkrankheit. Gefährdete Personen und jene, die sozusagen an vorderster Front im Rampenlicht stehen, sollten sich impfen lassen, hier sollte es eine Impfpflicht geben.“